Sonntag, 29. März 2026

Ach, guck mal schau

 

Was wäre es schön, wenn einem ein Licht den Weg durch das Leben weisen würde. Man einwandfrei erkennen könnte, ja, da sollte ich lang, das ist der richtige Weg.

Leider ist das nicht so einfach. Insbesondere für mich, der von zu Hause aus so einen Kompass gar nicht erst implantiert bekommen hat. Mit einigen Umwegen hat sich mit viel Kampf ein solcher entwickelt und funktioniert für mich ganz gut. Hoffe ich doch mal.


Gleichwohl beneide ich religiöse Menschen doch so manches Mal - sie haben eine solche moralisch-ethische Leitplanke, die ihnen leuchtet den Weg weist. Denke ich so manches mal. Absolut gesehen ist das nicht so. Vieles, was da moralisch angeprangert wird ist rein menschlich gesehen eigentlich nicht verwerflich.

Als ich, etwa vor 25 Jahren, zu einem Atheisten mutiert bin, habe ich viele "Leitplanken" aus meinem christlich geprägten Leben aufgegeben. Wobei ich deren Logik so oder so nicht so ganz akzeptieren konnte. Da bin ich auch zu wissenschaftlich geprägt. Nun, letzten Endes ist es eben ein Humanismus, der mich da leitet. Unter den rheinischen Prämissen, jeder Jeck ist anders, Leben und leben lassen usw.

Und da schwenke ich so langsam auf einen Punkt, oder auch mehrere Punkte, zu, die aktuell mir quasi ein Seelenpein verursachen. Obwohl ich nach meiner Auffassung gar keine Seele habe.

Ja, natürlich auch die mehr als unappetitliche "Affäre Ulmen-Fernandez". Diese zeigt ja auch "nur" die Spitze einer erbärmlichen und widerlichen Verhaltensweise von zumeist, oder wohl doch eher immer, Männern. Wenn das, was da passiert sein soll, und es weist vieles darauf hin, wirklich so war ist es mehr als widerlich. Die Erklärung der Anwälte Ulmens weisen Tatvorwürfe zurück, die so gar nicht erhoben wurden. Ablenkung? Der Fall Kachelmann gemahnt, die Unschuldsvermutung auch hier gelten zu lassen, bis ein entsprechendes Gerichtsurteil vorliegt. Was nicht heißen soll, die Vorwürfe Collien Fernandes klein zu reden oder gar anzuzweifeln. Aber niemand kennt den wahren Sachverhalt (nein, auch nicht durch die Spiegelrecherchen) um sich im Vorfeld ein Bild davon zu machen.

Aber: Unabhängig von Ulmens tatsächlichen Verhaltens ist neben den realen Taten mit sexuellem Fehlverhalten auch die angeführte "virtuelle" Vergewaltigung durch hergestellte (Fake)Bilder oder auch nur deren Verbreitung widerlich. Dazu kommt ja auch der Vertrauensbruch. Was eher eine Sache zwischen den (ex)Partnern ist, aber den Erbärmlichkeitsfaktor noch erhöht. Ich persönlich glaube, das diese Fälle System haben. Und Männer täten gut daran, ihr Verhalten Frauen gegenüber zu überprüfen und ggfls. sich Hilfe zu holen. 

Von wegen "Leitplanke". Trotz, oder vielleicht weil, ich ja Schlimmes in der Beziehung meiner "Mutter" und ihres Stechers erlebt habe war für mich das Verhältnis zu Frauen immer eines auf Augenhöhe. Ich habe nie verstanden, wie man Menschen weh tun kann die man angeblich liebt. Ich hatte immer Angst, dass ich Gefahr laufe, genau so ein Arschloch zu werden. Bis ich beschlossen habe, dass das nicht passiert.  

Aber bis heute hat sich mir nicht erschlossen, warum Menschen so erbärmlich sich verhalten gegenüber anderen Menschen. Daran leide ich tatsächlich. Und auch wenn ich keinen sonderlichen Bezug zu den öffentlichen Personen Ulmen/Fernandez habe (Ulmen hatte ich erst so richtig wahrgenommen durch den Tatort, Fernandez eigentlich nie so richtig auf dem Schirm) so ist dieser Skandal doch ein Trigger für mich. Weil es eben auch kein Einzelfall ist.

Was mich sonst so triggert? Das unmögliche Verhalten von Friedrich Merz. Nein, Fritze, der mutmaßliche Täter heißt Christian und nicht Mehmet oder Ali. Das gehört auch zur Wahrheit.

Und abgesehen davon ist die Umweltpolitik ein Desaster und wird uns nicht gut tun. Das Verhalten von Donald wird uns noch weiter in den Abgrund ziehen. Und überhaupt.

Im Augenblick zieht mich sehr viel runter. Und vieles kann ich nicht mal in aller Deutlichkeit sagen. Wegen Neutralitätsgebot. Stichwort "AfD". Aber das kann man sich ja denken, wie ich dazu stehe. Ich bin schon 1977 gegen Nazis auf die Straße gegangen. Ups, habe ich jetzt eine Verbindung zur... Naja. Mag jeder so sehen wie er will.

Mögliche persönliche Veränderungen (Stichworte Depression, Herz und Rente) lassen meinen Kopf auch nicht zur Ruhe kommen. Gehabt euch wohl.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Herzenssachen

 

Wie man so zunehmend abnimmt. Und das nicht unbedingt an Gewicht, selbst wenn man an Gewicht verliert. Oder vielleicht nie eines hatte. Nein, politisch bin ich desillusioniert. Das Gewicht der AfD ist definitiv zu hoch. Und das, ohne was zu wiegen mangels Inhalt.

Nun, ich meine in erster Linie meine Verfassung. Körperlich bau ich anscheinend stark ab. Und es bewegt sich langsam Richtung Urne.

Nun gut, mit fast 64 sollte man sich mit dem Gedanken langsam anfreunden. Gleichwohl, was alles so passiert ist kam schon etwas überraschend. Anfang des Jahres kam das mit dem Herzen ja etwas plötzlich.

Den Ring um die Brust wollte ich ja dann doch nicht auf die Depression schieben. Was gut war, weil mein Hausarzt nach einigen Untersuchungen mich umgehend ins Krankenhaus einweisen ließ. Wo dann letzten Endes eine Herzinsuffizienz festgestellt wurde, die wohl auf einen vor Jahrzehnten erfolgten Herzinfarkt zurück zu führen ist. Die Diagnose war erschütternd für mich und triggerte logischer Weise auch meine Depression.

Und das ich dann einen Kreislaufzusammenbruch im Herbst im Düsseldorfer Hauptbahnhof erlitten hatte, trug auch nicht grade zu meiner Erheiterung bei. Nun, seit dem besteht mein Frühstück jedenfalls aus einer Handvoll Tabletten.

Meine Depression wird ebenfalls nicht durch die aktuellen politischen Entwicklungen, global und lokal, besser. Aber das sind Ereignisse, auf die ich keinen Einfluss habe. Meine Lebensweise kann ich aber umstellen. Was ich versuche.

Dabei sind auch Phasen, in denen ich wünschte, es wäre vorbei. Viel Hoffnung für 2026 mache ich mir da nicht. Oft denke ich, die Menschheit ist das Krebsgeschwür der Erde. Andererseits zeigen auch viele Ereignisse, dass der Mensch auch ganz anders kann. Ich sollte vielleicht auch mehr auf diese Seite des Menschen schauen.

Nun, letzten Endes will ich am Ende sagen können, ja, ich habe so gut ich kann gelebt. Und mehr erreicht, als man mir vorhergesagt hat. Und das ist ja auch schon mal was.


Montag, 5. Mai 2025

Aufgestaut und abgeleitet


Es kommt mir so vor als stünde die Welt in Flammen. Politisch und privat ohnehin. Bedrückend die Geschehnisse - was meine Depression "Lieselotte" ungemein triggert. Das wiederum wirkt sich auch auf mein körperliches Wohlbefinden aus. Brustschmerzen, zum Beispiel. Eine gewisse körperliche Trägheit innerhalb meines Machens. Und der Blutdruck sowie der Puls steigt. Und so ignoriere ich diese Anzeichen so gut es geht. Weil, es ist ja psychosomatisch. Nun, gut, wenn man dann doch auf die Vernunft hört und den Hausarzt zu Rate zieht. Vorsichtshalber. Und letztendlich festgestellt wird: Jau, du hattest mal vor langer Zeit einen kleinen Hinterwandinfarkt. Und die Pumpe sagt jetzt, och nö, da will ich nicht mehr so viel arbeiten. Noch rechtzeitig erkannt kann das medikamentös eingestellt werden. Na, alt werden ist halt nichts für Feiglinge.

Gleichwohl ist die Depression natürlich auch nicht besser geworden. Insbesondere die politische Lage auch nicht wirklich besser geworden ist. Sicherlich habe ich das ganze Geschehen verfolgt, aber nicht wirklich verinnerlicht. Denn tatsächlich habe ich mich mehr mit mir selbst beschäftigt. Genau wie vor 19 Jahren, als eine Operation im Bauch mein Leben rettete, war auch jetzt das Gefühl, dem Tod so grade von der Schüppe gesprungen zu sein. Nur, dass ich Demselben rein alterstechnisch ohnehin erheblich näher gekommen bin. Während die OP damals meine Depression quasi freigesetzt hatte, war diesmal die Beschäftigung mit meiner Endlichkeit dazu gekommen. Was natürlich das Geschehen rundum hinter einem Schleier verschwinden ließ. Ahnen, da ist was, aber nicht wirklich präsent.

Trumps kleinkindliches Verhalten, mit dem er die Weltordnung erheblich durcheinander bringt, Putins imperialistischer Krieg, der sich in der Ukraine spiegelt als Vorbild für das weitere handeln. Das Erstarken der Rechtsradikalen im Prinzip weltweit und in Deutschland im Besonderen. Die fortschreitende Klimakatastrophe. Das alles drückt und staut sich.

Aber tatsächlich laufen in mir ganz andere Gedankenstränge. Und zwar in die Richtung "Mist, wenn du jetzt tot umfällst bist du der Unvollendete". Und die Sorge, dass die o.g. äußeren Umstände dafür sorgen, dass ich keine Antworten auf die möglichen Herausforderungen mehr habe. Und dadurch scheitern würde. Und was ist überhaupt "scheitern" in dem Zusammenhang?

Nun, zur Zeit finde ich noch keine klaren Antworten für mich. Natürlich ist da auch eine Schadenfreude, wenn Merz nicht im 1. Wahlgang gewählt wird. Oder dass die Einstufung durch den Verfassungsschutz der AfD als gesichert rechtsextrem erfolgt. Andererseits bringt das niemanden nach vorne, wenn Merz einen Schuss vor den Bug bekommt, scheint doch damit das Regieren erheblich erschwert. Lieber gebe ich den jeweiligen Regierungen immer eine Chance, sich zu bewähren. Und im Fall der AfD trägt die Einstufung wohl nicht die richtige Früchte. Und mir hilft das bei allem, was mich direkt beschäftigt ohnehin nicht einen Schritt weiter.

Nun, in die Zukunft sehen kann niemand. Insofern versuche ich eher, die Dinge, auf die ich keinen Einfluss nehmen kann, nach hinten zu drücken. Und mich auf meine direkten Probleme zu konzentrieren. Medikamentös bin ich ja eingestellt.
 

Mittwoch, 15. Januar 2025

Vernebelte Wahrnehmung

 


Schon gute 2 Wochen alt, das neue Jahr 2025. Und es scheint noch erbärmlicher zu werden als das Vergangene. Das mag täuschen, aber mein Empfinden ist halt so. Gleichzeitig versuche ich mal mit meinem Tablet einen Blogbeitrag zu schreiben.

In den letzten Wochen schwirrt meine Depression, die Liselotte, nebulös um mich herum. Dringt manchmal durch und flüstert lüstern "Du willst es doch auch ?!". Verführerisch im Ton versucht mich “Lieselotte“ auf die dunkle Seite des Nebels zu ziehen. Nicht so ganz erfolglos. Gibt es doch so gute Argumente...

Zum einen diese bodenlose Dummheit, die immer mehr Macht erlangt. Repräsentiert durch AfD, Weidel, Musk, Trump, Verschwörungsdödel und die ganzen Intelligenzverweigerer, deren Stammbaum offensichtlich ein Kreis ist. Dazu kommen noch Kriegstreiber wie Putin und Co. Das Erstarken der Rechtsradikalen und Nazis bringen dazu noch die Aussicht auf eine grauenhafte, asoziale Zukunft, in der ich nicht leben will. Wenn ich so drüber nachdenke, wie ich dafür verlacht wurde, dass ich einer Nazipartei, die die rechtsnationalen Spinner unter ihrem Deckel vereint, auf 20 -25% schätze. Das war vor etwa 30 Jahren, nach den Anschlägen in Rostock, Mölln und Solingen und war mitgeprägt von dem, was Menschen im Umkreis so von sich gaben.

Dadurch ergibt sich zum anderen, nämlich die Zukunftsängste. Die werden nicht nur von dem vorgenannten Mist genährt. Sondern auch durch meinen Lebenslauf und die Kosten und Kraft der Seele und so. Also, die Aussichten, wie es wahrscheinlich kommen wird. Und das alles bedrückt halt zu Zeit sehr stark. Und bietet dadurch Einfallstoren für “Lieselotte“.

Und damit noch einen großen Dank an die Pharmaindustrie, mit deren Hilfe ich das Ganze etwas besser angehen kann.

Montag, 30. Dezember 2024

Blick zurück nach vorn

Dabei hat doch alles so gut angefangen. Oder nicht? Bis auf diese "Dinge", die passieren, in der Ukraine und Israel, Palästina und Syrien. Und überhaupt. Nein, so dolle war das alles nicht. Alles kein Musk have, irgendwie. Wie auch die Wahl Trumps zum neuen Präsidenten der USA. Wo der Wahnsinn seine teigigen Gesichter zeigt.

Dazu passt das lange Scheitern der Ampel - Koalition, das aber endlich zum Punkt gekommen ist. Die FDP wird hoffentlich dahin kommen wo sie hin gehört: Im Orkus des Vergessens. Dafür ist wesentlich schlimmeres in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit gerückt. Zwei Putinzäpfchen allererster Güte. Das BSW mit einer Sarah Wagenknecht als Gallionsfigur, bei der eigentlich nur noch die Fußsohlen des Kommunismus aus dem Allerwertesten des russischen Zaren ragt. Nicht minder tief auch BDM-Göttin der AfD und ihre KameradInnen. Gleichzeitig möchte man auch gerne das letzte Rest an Wirtschaftskraft aus diesem schönen, aber anscheinend zu 25% sehr dummen Landes pressen. Und wenn ich mir die Figuren der Merz - CDU so anschaue... Ganz öffentlich gibt einer, der Minister werden möchte, sein intellektuelles scheitern an einem Flaschenverschluss zu. Vom Ess - Influenzer und hochprämierten Selbstdarsteller aus Bayern ganz zu schweigen. Dafür hätte der eigentlich den Goldenen Narziss verdient. Aber brauchbare Politikvorschläge kann ich da nicht erkennen.

Was dem Macher aus Hamburg eventuell noch in die Karten spielen kann. Hoffentlich kann er Kartenspiel, regieren kann er nicht. Und der Habeck? Naja, wenn er lernt, wie man den Menschen in diesem Land seine Politik erklären kann ohne dass der Eindruck von Bevormundung entsteht, das Ganze die Wirtschaft voran bringt. Ganz besonders die Autoindustrie. Die kann anscheinend alles, nur eines nicht: Zukunft.

Beunruhigt schaue ich nach 2025. Sowohl Deutschland als auch die USA gehen in seltsame Richtungen. Merz bietet Antworten aus dem vergangenen Jahrhundert für die Fragen der Zukunft. Und die USA bieten mit "Trusk" als Präsidentenpärchen auch nicht grade Zutrauen in die Zukunft. Es wird übel.

Naja, mit solch düsteren Gedanken gehe ich schon das ganze Jahr schwanger. Was insgesamt auch meine psychische Kondition nicht unbedingt stabil hält. Gleichwohl, aufgeben ist auch keine brauchbare Option. 

Nun denn: Auf in 2025. Muss ja.

Dienstag, 15. Oktober 2024

Der Zug ist abgefahren

Oh, fast exakt ein Jahr seit meinem letzten Blogeintrag her. Prokrastinieren as its Best. Dabei hatte ich  mir so viel vorgenommen: Meinen Weg mit der Religion oder auch Glauben, die politischen Geschehnisse, über meine Depression. 

Die Depression wird stärker. Die Sehnsucht nach tiefer, fast schon ewiger Ruhe ist stärker geworden. Die augenblickliche, allgemeine Lage gibt ein gutes Stück dazu. Teilweise bin ich regelrecht angewidert, also angeekelt, über das Verhalten vieler meiner Zeitgenossen - zum Teil leider auch in führenden oder vielleicht bald wieder führenden Positionen.

Es ist sicherlich schön, wenn man ohne Waffen Frieden schaffen kann. Leider stehen dem selbstverliebte und gewissenlose Schurken wie Putin dagegen. Ebenso wie Hitler und sein Nazi - Gesocks wird man den nicht ohne Waffen los. Ebenso diese Verbrecher von der Hamas, der Hisbollah oder dem menschenverachtetendem Regime im Iran. Und dem steht ein israelischer Premierminister Netanyahu entgegen, der anscheinend wie vielen Politikern, denen innenpolitisch das Aus droht, die außenpolitische Lage wie gerufen kommt. Ich höre die Zeugen Jehovas schon jubeln: Endlich kommt Armaggedon.

Dazu kommen die rechten, neonazistischen Bestrebung, die Demokratie abzuschaffen. Vor gut 30 Jahren hat man mich belächelt, als ich behauptete, die Nazis würden mit einer Partei, die diese Deppen unter ihrem Schirm holt, locker 20% bekommen. Inzwischen befürchte ich, dass gut ein Drittel der deutschen Bevölkerung in diese Richtung neigt.

Dazu ein Kanzler, der nur Kanzler wurde weil er nicht Laschet war. Mehr Qualifikation scheint diese Mann nicht zu haben. Und wenn doch verbirgt er es gekonnt. Ob und was die "Ampel" eventuell doch erreicht haben könnte wird dazu gar nicht oder nicht gut verkauft.

Von der immer mehr voranschreitenden Umweltkatastrophe in Form des menschengemachten Klimawandels gar nicht zu reden. Sie wird, zumeist von dem weiter oben angeführtem Deppendrittel, geleugnet. Meist wohl, weil man ja eventuell seinen Lebensstil anpassen und ändern. Was diesen Leuten natürlich eine Zumutung ist. Da leugnet man lieber die Fakten.

Na ja, all das und noch viel mehr prasselt auf meine wunde Psyche ein. Und lässt halt den Wunsch nach ewiger Ruhe wachsen. Und der Kampf mit meiner Psyche macht mich immer müder.

Aber vielleicht gibt es ja ohnehin bald den großen Knall - und die Zeugen Jehovas können jubeln. Nur kurz. Bis sie begreifen, ups, doch ein Irrtum. Es kommt nur das schwarze Nichts.

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Der Wunsch nach Stille

Es ist ja einige Zeit her dass ich die Tagesklinik recht optimistisch verlassen habe. So einiges mit genommen als Stärkung zur Resilienz gegen meine Depression und der damit einhergehenden Angst vor großen Menschenmengen. Gegen das letztere auch nach Möglichkeit mit Vermeidung angehen. Was im Rahmen auch gelang. Bei Feiern Möglichkeiten zum Ausweichen nutzen, um Luft zu haben. Was allerdings im ÖPNV immer schwieriger wurde.

Gleichzeitig passieren Dinge in der Welt die mir unglaublich nahe gehen. Grade wenn Kinder betroffen sind. Dann passieren auch Dinge im persönlichen Umfeld, die weitere Treffer in meiner Seele landen. Und zuletzt stirbt unvermittelt ein Freund und Arbeitskollege. Der mit mir ähnliche Erlebnisse in der Kindheit teilt, im selben Kinderheim war und, natürlich, an Depression litt. Man konnte sich gut besprechen. Man wusste.

Und so ist meine Resilienz im Prinzip immer schwächer geworden. Entglitten, pulverisiert, was auch immer. Es kostet immer mehr Kraft, sich hochzuziehen um das Tageswerk anzugehen. Dadurch kommen aber immer wieder Bilder aus meiner "Kindheit" hoch.

Zum Beispiel: Wie ich mit 12 drei Tage in den Keller gesperrt wurde, mit Hammer und mein krankes Meerschweinchen, Karlchen hieß es, um es zu töten. Am Ende war ich gefühlskalt weil ich wohl zum Selbstschutz alles abgeschaltet hatte was mir schaden kann.

Zum Beispiel: Wie mir der Kopf im Türrahmen eingeklemmt wurde, festgedrückt von meiner "Mutter", damit ihr widerlicher Stecher den nackten Hintern mit einem lederbezogenen Handfeger bearbeiten konnte, bis dieser zerbrach. Der Handfeger, leider nicht der widerliche Stecher. (Übrigens keine Einzelaktion - aber nach Aussage des widerlichen Stechers tat es ihm mehr weh wie mir)

Zum Beispiel: Wie ich eine Woche zur Strafe in mein Zimmer gesperrt wurde. Nackt, ohne Bettwäsche, die Rolladenschnur durchschnitten, damit ich das Rollo nicht hochmachen konnte. Fenstergriff abgeschraubt. Tür verschlossen. 1 mal am Tag Toilettengang, Zweimal was zu Essen. Zur Strafe, weil ich so seltsam war.

Zum Beispiel: Psychische Grausamkeiten. Als Abendessen gab es für mich trocken Brot, wo der Schimmel abgeschnitten war, und Griebenschmalz - die Herrschaften haben sich einen Haufen Schnitzel gemacht und genüsslich vor meinen Augen verspeist. Er war einen abgenagten Knochen im meine Richtung mit den Worten: "Nicht für dich, ist für den Hund".

Das ich natürlich aus diesen keinesfalls Einzelfälle, sondern "Dauerbeschuss", flüchtete versteht sich von selbst. Quasi Vermeidung. Endlich kam ich in eine Kinderheim - natürlich freiwillige Erziehungshilfe. Weil der Junge ja so schwierig ist. Mir egal, Hauptsache da raus. Allerdings ohne irgendeine Ahnung von irgendwas. Meine Flucht waren Bücher. Echtes Leben fand bei mir nicht mehr statt. Mir fehlte, nein, fehlt: Urvertrauen, Gefühl. Ja, selbst bei Liebe wird es schwer - ich habe ja nie wirklich welche erfahren. Um so schwerer war es, als ich meine Frau kennenlernte. Mich darauf einzulassen.

Nun, irgendwie bin ich durchgekommen. Bis alles, was ich unterdrückt und verdrängt habe, wieder hoch kam. Ich denke, mein Problem ist, dass ich aus Bedrängnis, egal was es jetzt ist, nicht mehr einfach abhauen kann. Und dann Entscheidung treffen muss. Oft zwischen Pest und Cholera, wie sich herausstellt. Und dass ich Gefühle bekomme, mich immer falsch zu entscheiden. Dass ich zu oft darauf hoffe, dass es besser ist, endlich tot zu sein. Damit ich endlich allumfassende Ruhe finde. Und das macht mir wiederum Angst. Und damit kämpfe ich halt. Bis zur mentalen Erschöpfung.

Nun ja, diesen Abriss hier schreibe ich auch in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwie von der Seele bekommen. Liest wahrscheinlich eh keiner, aber ich habe es wenigstens mal erwähnt. 

Montag, 17. April 2023

Eine Depression und das Gegenstemmen


So, es ist eine ganze Weile vergangen seit ich mich mit meinem Blog beschäftigt habe. Rückschau Ausblick. Im Prinzip stand damals schon fest, dass ich massiv etwas gegen meine Depression unternehmen musste. Ausschlaggebend war dann meine psychische Verfassung Mitte Januar und eine Gespräch mit meinem Psychiater.

Die Suche nach einer Tagesklinik stellte sich dann als gar nicht so schwierig heraus. Und Anfang März ging es dann los. Im Prinzip musste ich in den folgenden 6 Wochen lernen, mit mir selber klar zu kommen. Zielsetzung: Hilfen an die Hand zu bekommen, die mir es möglich machen, mit der Depression umzugehen.

Nun, nach einer Woche konnte ich immerhin akzeptieren, dass ich keine Niederlage erlitten habe, sondern ich im Kampf Hilfe angenommen habe, die sehr wohl ein Sieg darstellen. Und zwei Wochen später gab es Schlüsselerlebnis, dass bei mir den Schlüssel umdrehte und erlerntes erfolgreich anwenden lies. Und dass sich positiv auf meine Grundeinstellung auswirkte.

Im Prinzip ging es dann bergauf. Und eines wurde mir dann auch klar: Die Depression an sich ist nicht weg, aber ich kann tatsächlich Mittel einsetzen, die die Auswirkungen eindämmen und in erträgliche Richtung bringen. Dabei ist mir ein Satz durch den Kopf gegangen:

Mittlerweile leide ich nicht mehr unter den Depressionen, sondern die Depressionen leiden unter mir  - Torsten Sträter

Gut, meine sehe ich eher als eine, die einen Namen hat: Lieselotte. Der Name meiner "Mutter". Aber es ist auch so, dass ich auf dem Weg eben dahin bin. Der Depression in die Schranken zu weisen. 

Immerhin hat, trotz, Personalmangel sei Dank, ausgefallener Therapieangebote, die Zeit in der Tagesklinik sehr viel gebracht. Ob sich das alles hält kann ich nur hoffen. Ich denke, dass begleitende Therapien nicht zeitig zur Verfügung stehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich dennoch gut in die Zeit gehen werde, die mir noch bleibt.

Montag, 2. Januar 2023

Rückblick – Ausblick

 

Unglaublich scheint es, wie beschissen so ein Jahr werden kann.

Klar, die Pandemie, die sich im Laufe des Jahres anscheinend in eine Endemie wandeln sollte, hat was mit meiner Depression gemacht. Und so bin ich auch in das Jahr 2022 gestartet. Immer stärker wurde dabei die Angst unter Menschen zu sein. Was mich in Anbetracht des Zustandes des ÖPNV, vor allem der Bahn, an Randbereiche meiner Gefühlswelt brachte, die ich nie wieder erleben wollte. Gesellschaftliche Erlebnisse reduzierte ich auf ein Mindestmaß. Suchte bei den Dingen, bei denen ich anwesend sein „musste“ nach Möglichkeit nach Rückzugsorten.

Dann kam der 24. Februar. Russland überfällt die Ukraine mit einem Angriffskrieg. Und einiges, was ich psychisch zu stabilisieren suchte, wurde hinweggefegt. Immerhin wurde ich dadurch tatsächlich zynischer. Reiner Schutzreflex. Um die immer öfter aufkommenden schwarzen Gedanken in den Griff zu bekommen.

Die dann einsetzende Energiekrise tat noch das eigene hinzu. Das kommt davon, wenn man keine zukunftsorientierte Energiepolitik betreibt. Vom Klimaschutz ganz zu schweigen. Dann klebt man sich halt mal auf die Straße und/oder verunreinigt Kunstwerke. Was auch leicht Richtung Schwachsinn geht, aber nun gut.

Ich befand mich das ganze Jahr im depressiven Krisenmodus.

Ging oft genug abends ins Bett mit dem Wunsch, am Morgen nicht mehr aufwachen zu müssen. Und am Folgetag erstmal gegen die Enttäuschung, doch wieder aufzuwachen, anzukämpfen. Und die Alternative, dass doch selbst zu besorgen, schnellstmöglich zu verwerfen.

Hilfreich ist dabei in erster Linie, dass ich Familie habe. Und tatsächlich der zu meinem 60. Geburtstag erstellte Lebenslauf. Da konnte ich mir immerhin sagen: Schmeiß das Erreichte nicht einfach so weg.

In Folge der ganzen augenblicklichen Entwicklungen wird es für 2023 sicherlich nicht einfacher. Durch die explodierenden Preise kommen auch noch Existenzängste hinzu. Nun gut.

Wie schon in meinem Lebenslauf schon eingeführt hier auch ein Überblick über prominente Menschen, die mir in irgendeiner Weise etwas bedeutet haben und in 2022 gestorben sind. In kalendarischer Reihenfolge:

Peter Bogdanovich; Bob Saget; Herbert Achternbusch; Hardy Krüger; Meat Loaf; Don Wilson; Ernst Stankovski; Götz Werner; Ivan Reitman; Sandy Nelson; Peter Merseburger; Gary Brooker; William Hurt; Siegfried Steiger; Taylor Hawkins; Uwe Bohm; Michael Degen; Frank Baier; Wolfgang Fahrian; Klaus Schulze; Rainer Basedow; Alan White; Ray Liotta; Andrew Fletcher; Jean-Louis Trintignant; James Caan; Monty Norman; Uwe Seeler; David Warner; Nichelle Nichols; Olivia Newton-John; Felix Huby; Hans-Christian Ströbele; Ruth Lapide; Michail Gorbatschow; Elisabeth II.; Jean-Luc Godard; Fritz Pleitgen; Louise Fletcher; Coolio; Günter Lamprecht; Ralf Wolter; Robbie Coltrane; Jerry Lee Lewis; Hans Magnus Enzensberger; Christine McVie; Christiane Hörbiger; Manuel Göttsching; Kirstie Alley; Jet Black; Hans Peter Hallwachs; Maxi Jazz; Pelé.

 

 

Mittwoch, 21. September 2022

Am Allerwertesten vorbei direkt in die Seele

 


Nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag in meinem Blog. Sowohl hier als auch völlig analog. Ja. Ich habe so ein Buch mit leeren Seiten aus Papier. Da schreib ich was rein. Boah!

In den letzten Monaten, nach meinem 60. Geburtstag, habe ich immer mehr an Vertrautem, an Sicherheiten verloren. Und das ist nicht allein die Beerdigung der Queen. Die kann als Symbol für das Vertraute, die Verlässlichkeit und Gewissheit herhalten. Ein Halt irgendwie in schwierigen Zeiten, nicht nur für die Briten. Was bleibt sonst noch so? Keith Richards?

Wie schon bemerkt hat mich die Covid-Pandemie weit in die Depression zurück gerissen. Ich war schon auf einem durchaus guten Weg es irgendwie in den Griff zu bekommen. Trotz einiger Rückschläge. Immerhin habe ich eine Gesprächstherapie gefunden – auch wenn ich eher eine Verhaltenstherapie gebraucht hätte. Aber besser wie gar nichts.

Verhindert hat das nicht, dass meine Ängste vor Menschenmengen schlimmer geworden sind. Gedanken, die nicht gesund sind, werden stärker. Irgendwie klappt es, dass ich nicht aufgebe.

Und dann passiert das mit der Ukraine.

Sicher, so bis 2014 ging mir die Ukraine am Allerwertesten vorbei. Was habe ich geschmunzelt, wenn die hitzigen Diskussionen im Parlament gezeigt wurden und die Fäuste und das Mobiliar die Argumente unterstrichen… Ja, und dann habe ich den Kopf geschüttelt und mir gedacht: So sind sie halt, die im Ostblock.

Doch dann wurde mit Blutzoll der Putinhörige Präsident Janukowytch davon getrieben. Es sollte besser werden. Der weitere Preis: Putin sicherte sich erstmal die Krim. Korruption lähmte das Land – bis eben dieser Schauspieler zum Präsidenten gewählt wurde. Selinskyi.

Und seitdem geht es so richtig rund. Und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Und die aktuellen Meldungen aus Russland lassen mich noch weiter sinken.

Und plötzlich habe ich die Vermutung, dass ich mir über hohe Heizkosten keine Gedanken mehr machen muss. Bald wird es kurzfristig mehrere Millionen Grad heiß. Und hoffentlich bleibt vom Menschen keine Spur mehr. Menschheit – das Krebsgeschwür am Allerwertesten der Erde. Jedenfalls so ein ungutes Gefühl habe ich. Lasst alle Hoffnung fahren. Willkommen in der Hölle.