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Sonntag, 29. März 2026

Ach, guck mal schau

 

Was wäre es schön, wenn einem ein Licht den Weg durch das Leben weisen würde. Man einwandfrei erkennen könnte, ja, da sollte ich lang, das ist der richtige Weg.

Leider ist das nicht so einfach. Insbesondere für mich, der von zu Hause aus so einen Kompass gar nicht erst implantiert bekommen hat. Mit einigen Umwegen hat sich mit viel Kampf ein solcher entwickelt und funktioniert für mich ganz gut. Hoffe ich doch mal.


Gleichwohl beneide ich religiöse Menschen doch so manches Mal - sie haben eine solche moralisch-ethische Leitplanke, die ihnen leuchtet den Weg weist. Denke ich so manches mal. Absolut gesehen ist das nicht so. Vieles, was da moralisch angeprangert wird ist rein menschlich gesehen eigentlich nicht verwerflich.

Als ich, etwa vor 25 Jahren, zu einem Atheisten mutiert bin, habe ich viele "Leitplanken" aus meinem christlich geprägten Leben aufgegeben. Wobei ich deren Logik so oder so nicht so ganz akzeptieren konnte. Da bin ich auch zu wissenschaftlich geprägt. Nun, letzten Endes ist es eben ein Humanismus, der mich da leitet. Unter den rheinischen Prämissen, jeder Jeck ist anders, Leben und leben lassen usw.

Und da schwenke ich so langsam auf einen Punkt, oder auch mehrere Punkte, zu, die aktuell mir quasi ein Seelenpein verursachen. Obwohl ich nach meiner Auffassung gar keine Seele habe.

Ja, natürlich auch die mehr als unappetitliche "Affäre Ulmen-Fernandez". Diese zeigt ja auch "nur" die Spitze einer erbärmlichen und widerlichen Verhaltensweise von zumeist, oder wohl doch eher immer, Männern. Wenn das, was da passiert sein soll, und es weist vieles darauf hin, wirklich so war ist es mehr als widerlich. Die Erklärung der Anwälte Ulmens weisen Tatvorwürfe zurück, die so gar nicht erhoben wurden. Ablenkung? Der Fall Kachelmann gemahnt, die Unschuldsvermutung auch hier gelten zu lassen, bis ein entsprechendes Gerichtsurteil vorliegt. Was nicht heißen soll, die Vorwürfe Collien Fernandes klein zu reden oder gar anzuzweifeln. Aber niemand kennt den wahren Sachverhalt (nein, auch nicht durch die Spiegelrecherchen) um sich im Vorfeld ein Bild davon zu machen.

Aber: Unabhängig von Ulmens tatsächlichen Verhaltens ist neben den realen Taten mit sexuellem Fehlverhalten auch die angeführte "virtuelle" Vergewaltigung durch hergestellte (Fake)Bilder oder auch nur deren Verbreitung widerlich. Dazu kommt ja auch der Vertrauensbruch. Was eher eine Sache zwischen den (ex)Partnern ist, aber den Erbärmlichkeitsfaktor noch erhöht. Ich persönlich glaube, das diese Fälle System haben. Und Männer täten gut daran, ihr Verhalten Frauen gegenüber zu überprüfen und ggfls. sich Hilfe zu holen. 

Von wegen "Leitplanke". Trotz, oder vielleicht weil, ich ja Schlimmes in der Beziehung meiner "Mutter" und ihres Stechers erlebt habe war für mich das Verhältnis zu Frauen immer eines auf Augenhöhe. Ich habe nie verstanden, wie man Menschen weh tun kann die man angeblich liebt. Ich hatte immer Angst, dass ich Gefahr laufe, genau so ein Arschloch zu werden. Bis ich beschlossen habe, dass das nicht passiert.  

Aber bis heute hat sich mir nicht erschlossen, warum Menschen so erbärmlich sich verhalten gegenüber anderen Menschen. Daran leide ich tatsächlich. Und auch wenn ich keinen sonderlichen Bezug zu den öffentlichen Personen Ulmen/Fernandez habe (Ulmen hatte ich erst so richtig wahrgenommen durch den Tatort, Fernandez eigentlich nie so richtig auf dem Schirm) so ist dieser Skandal doch ein Trigger für mich. Weil es eben auch kein Einzelfall ist.

Was mich sonst so triggert? Das unmögliche Verhalten von Friedrich Merz. Nein, Fritze, der mutmaßliche Täter heißt Christian und nicht Mehmet oder Ali. Das gehört auch zur Wahrheit.

Und abgesehen davon ist die Umweltpolitik ein Desaster und wird uns nicht gut tun. Das Verhalten von Donald wird uns noch weiter in den Abgrund ziehen. Und überhaupt.

Im Augenblick zieht mich sehr viel runter. Und vieles kann ich nicht mal in aller Deutlichkeit sagen. Wegen Neutralitätsgebot. Stichwort "AfD". Aber das kann man sich ja denken, wie ich dazu stehe. Ich bin schon 1977 gegen Nazis auf die Straße gegangen. Ups, habe ich jetzt eine Verbindung zur... Naja. Mag jeder so sehen wie er will.

Mögliche persönliche Veränderungen (Stichworte Depression, Herz und Rente) lassen meinen Kopf auch nicht zur Ruhe kommen. Gehabt euch wohl.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Herzenssachen

 

Wie man so zunehmend abnimmt. Und das nicht unbedingt an Gewicht, selbst wenn man an Gewicht verliert. Oder vielleicht nie eines hatte. Nein, politisch bin ich desillusioniert. Das Gewicht der AfD ist definitiv zu hoch. Und das, ohne was zu wiegen mangels Inhalt.

Nun, ich meine in erster Linie meine Verfassung. Körperlich bau ich anscheinend stark ab. Und es bewegt sich langsam Richtung Urne.

Nun gut, mit fast 64 sollte man sich mit dem Gedanken langsam anfreunden. Gleichwohl, was alles so passiert ist kam schon etwas überraschend. Anfang des Jahres kam das mit dem Herzen ja etwas plötzlich.

Den Ring um die Brust wollte ich ja dann doch nicht auf die Depression schieben. Was gut war, weil mein Hausarzt nach einigen Untersuchungen mich umgehend ins Krankenhaus einweisen ließ. Wo dann letzten Endes eine Herzinsuffizienz festgestellt wurde, die wohl auf einen vor Jahrzehnten erfolgten Herzinfarkt zurück zu führen ist. Die Diagnose war erschütternd für mich und triggerte logischer Weise auch meine Depression.

Und das ich dann einen Kreislaufzusammenbruch im Herbst im Düsseldorfer Hauptbahnhof erlitten hatte, trug auch nicht grade zu meiner Erheiterung bei. Nun, seit dem besteht mein Frühstück jedenfalls aus einer Handvoll Tabletten.

Meine Depression wird ebenfalls nicht durch die aktuellen politischen Entwicklungen, global und lokal, besser. Aber das sind Ereignisse, auf die ich keinen Einfluss habe. Meine Lebensweise kann ich aber umstellen. Was ich versuche.

Dabei sind auch Phasen, in denen ich wünschte, es wäre vorbei. Viel Hoffnung für 2026 mache ich mir da nicht. Oft denke ich, die Menschheit ist das Krebsgeschwür der Erde. Andererseits zeigen auch viele Ereignisse, dass der Mensch auch ganz anders kann. Ich sollte vielleicht auch mehr auf diese Seite des Menschen schauen.

Nun, letzten Endes will ich am Ende sagen können, ja, ich habe so gut ich kann gelebt. Und mehr erreicht, als man mir vorhergesagt hat. Und das ist ja auch schon mal was.


Montag, 5. Mai 2025

Aufgestaut und abgeleitet


Es kommt mir so vor als stünde die Welt in Flammen. Politisch und privat ohnehin. Bedrückend die Geschehnisse - was meine Depression "Lieselotte" ungemein triggert. Das wiederum wirkt sich auch auf mein körperliches Wohlbefinden aus. Brustschmerzen, zum Beispiel. Eine gewisse körperliche Trägheit innerhalb meines Machens. Und der Blutdruck sowie der Puls steigt. Und so ignoriere ich diese Anzeichen so gut es geht. Weil, es ist ja psychosomatisch. Nun, gut, wenn man dann doch auf die Vernunft hört und den Hausarzt zu Rate zieht. Vorsichtshalber. Und letztendlich festgestellt wird: Jau, du hattest mal vor langer Zeit einen kleinen Hinterwandinfarkt. Und die Pumpe sagt jetzt, och nö, da will ich nicht mehr so viel arbeiten. Noch rechtzeitig erkannt kann das medikamentös eingestellt werden. Na, alt werden ist halt nichts für Feiglinge.

Gleichwohl ist die Depression natürlich auch nicht besser geworden. Insbesondere die politische Lage auch nicht wirklich besser geworden ist. Sicherlich habe ich das ganze Geschehen verfolgt, aber nicht wirklich verinnerlicht. Denn tatsächlich habe ich mich mehr mit mir selbst beschäftigt. Genau wie vor 19 Jahren, als eine Operation im Bauch mein Leben rettete, war auch jetzt das Gefühl, dem Tod so grade von der Schüppe gesprungen zu sein. Nur, dass ich Demselben rein alterstechnisch ohnehin erheblich näher gekommen bin. Während die OP damals meine Depression quasi freigesetzt hatte, war diesmal die Beschäftigung mit meiner Endlichkeit dazu gekommen. Was natürlich das Geschehen rundum hinter einem Schleier verschwinden ließ. Ahnen, da ist was, aber nicht wirklich präsent.

Trumps kleinkindliches Verhalten, mit dem er die Weltordnung erheblich durcheinander bringt, Putins imperialistischer Krieg, der sich in der Ukraine spiegelt als Vorbild für das weitere handeln. Das Erstarken der Rechtsradikalen im Prinzip weltweit und in Deutschland im Besonderen. Die fortschreitende Klimakatastrophe. Das alles drückt und staut sich.

Aber tatsächlich laufen in mir ganz andere Gedankenstränge. Und zwar in die Richtung "Mist, wenn du jetzt tot umfällst bist du der Unvollendete". Und die Sorge, dass die o.g. äußeren Umstände dafür sorgen, dass ich keine Antworten auf die möglichen Herausforderungen mehr habe. Und dadurch scheitern würde. Und was ist überhaupt "scheitern" in dem Zusammenhang?

Nun, zur Zeit finde ich noch keine klaren Antworten für mich. Natürlich ist da auch eine Schadenfreude, wenn Merz nicht im 1. Wahlgang gewählt wird. Oder dass die Einstufung durch den Verfassungsschutz der AfD als gesichert rechtsextrem erfolgt. Andererseits bringt das niemanden nach vorne, wenn Merz einen Schuss vor den Bug bekommt, scheint doch damit das Regieren erheblich erschwert. Lieber gebe ich den jeweiligen Regierungen immer eine Chance, sich zu bewähren. Und im Fall der AfD trägt die Einstufung wohl nicht die richtige Früchte. Und mir hilft das bei allem, was mich direkt beschäftigt ohnehin nicht einen Schritt weiter.

Nun, in die Zukunft sehen kann niemand. Insofern versuche ich eher, die Dinge, auf die ich keinen Einfluss nehmen kann, nach hinten zu drücken. Und mich auf meine direkten Probleme zu konzentrieren. Medikamentös bin ich ja eingestellt.
 

Mittwoch, 15. Januar 2025

Vernebelte Wahrnehmung

 


Schon gute 2 Wochen alt, das neue Jahr 2025. Und es scheint noch erbärmlicher zu werden als das Vergangene. Das mag täuschen, aber mein Empfinden ist halt so. Gleichzeitig versuche ich mal mit meinem Tablet einen Blogbeitrag zu schreiben.

In den letzten Wochen schwirrt meine Depression, die Liselotte, nebulös um mich herum. Dringt manchmal durch und flüstert lüstern "Du willst es doch auch ?!". Verführerisch im Ton versucht mich “Lieselotte“ auf die dunkle Seite des Nebels zu ziehen. Nicht so ganz erfolglos. Gibt es doch so gute Argumente...

Zum einen diese bodenlose Dummheit, die immer mehr Macht erlangt. Repräsentiert durch AfD, Weidel, Musk, Trump, Verschwörungsdödel und die ganzen Intelligenzverweigerer, deren Stammbaum offensichtlich ein Kreis ist. Dazu kommen noch Kriegstreiber wie Putin und Co. Das Erstarken der Rechtsradikalen und Nazis bringen dazu noch die Aussicht auf eine grauenhafte, asoziale Zukunft, in der ich nicht leben will. Wenn ich so drüber nachdenke, wie ich dafür verlacht wurde, dass ich einer Nazipartei, die die rechtsnationalen Spinner unter ihrem Deckel vereint, auf 20 -25% schätze. Das war vor etwa 30 Jahren, nach den Anschlägen in Rostock, Mölln und Solingen und war mitgeprägt von dem, was Menschen im Umkreis so von sich gaben.

Dadurch ergibt sich zum anderen, nämlich die Zukunftsängste. Die werden nicht nur von dem vorgenannten Mist genährt. Sondern auch durch meinen Lebenslauf und die Kosten und Kraft der Seele und so. Also, die Aussichten, wie es wahrscheinlich kommen wird. Und das alles bedrückt halt zu Zeit sehr stark. Und bietet dadurch Einfallstoren für “Lieselotte“.

Und damit noch einen großen Dank an die Pharmaindustrie, mit deren Hilfe ich das Ganze etwas besser angehen kann.

Montag, 30. Dezember 2024

Blick zurück nach vorn

Dabei hat doch alles so gut angefangen. Oder nicht? Bis auf diese "Dinge", die passieren, in der Ukraine und Israel, Palästina und Syrien. Und überhaupt. Nein, so dolle war das alles nicht. Alles kein Musk have, irgendwie. Wie auch die Wahl Trumps zum neuen Präsidenten der USA. Wo der Wahnsinn seine teigigen Gesichter zeigt.

Dazu passt das lange Scheitern der Ampel - Koalition, das aber endlich zum Punkt gekommen ist. Die FDP wird hoffentlich dahin kommen wo sie hin gehört: Im Orkus des Vergessens. Dafür ist wesentlich schlimmeres in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit gerückt. Zwei Putinzäpfchen allererster Güte. Das BSW mit einer Sarah Wagenknecht als Gallionsfigur, bei der eigentlich nur noch die Fußsohlen des Kommunismus aus dem Allerwertesten des russischen Zaren ragt. Nicht minder tief auch BDM-Göttin der AfD und ihre KameradInnen. Gleichzeitig möchte man auch gerne das letzte Rest an Wirtschaftskraft aus diesem schönen, aber anscheinend zu 25% sehr dummen Landes pressen. Und wenn ich mir die Figuren der Merz - CDU so anschaue... Ganz öffentlich gibt einer, der Minister werden möchte, sein intellektuelles scheitern an einem Flaschenverschluss zu. Vom Ess - Influenzer und hochprämierten Selbstdarsteller aus Bayern ganz zu schweigen. Dafür hätte der eigentlich den Goldenen Narziss verdient. Aber brauchbare Politikvorschläge kann ich da nicht erkennen.

Was dem Macher aus Hamburg eventuell noch in die Karten spielen kann. Hoffentlich kann er Kartenspiel, regieren kann er nicht. Und der Habeck? Naja, wenn er lernt, wie man den Menschen in diesem Land seine Politik erklären kann ohne dass der Eindruck von Bevormundung entsteht, das Ganze die Wirtschaft voran bringt. Ganz besonders die Autoindustrie. Die kann anscheinend alles, nur eines nicht: Zukunft.

Beunruhigt schaue ich nach 2025. Sowohl Deutschland als auch die USA gehen in seltsame Richtungen. Merz bietet Antworten aus dem vergangenen Jahrhundert für die Fragen der Zukunft. Und die USA bieten mit "Trusk" als Präsidentenpärchen auch nicht grade Zutrauen in die Zukunft. Es wird übel.

Naja, mit solch düsteren Gedanken gehe ich schon das ganze Jahr schwanger. Was insgesamt auch meine psychische Kondition nicht unbedingt stabil hält. Gleichwohl, aufgeben ist auch keine brauchbare Option. 

Nun denn: Auf in 2025. Muss ja.

Montag, 2. Januar 2023

Rückblick – Ausblick

 

Unglaublich scheint es, wie beschissen so ein Jahr werden kann.

Klar, die Pandemie, die sich im Laufe des Jahres anscheinend in eine Endemie wandeln sollte, hat was mit meiner Depression gemacht. Und so bin ich auch in das Jahr 2022 gestartet. Immer stärker wurde dabei die Angst unter Menschen zu sein. Was mich in Anbetracht des Zustandes des ÖPNV, vor allem der Bahn, an Randbereiche meiner Gefühlswelt brachte, die ich nie wieder erleben wollte. Gesellschaftliche Erlebnisse reduzierte ich auf ein Mindestmaß. Suchte bei den Dingen, bei denen ich anwesend sein „musste“ nach Möglichkeit nach Rückzugsorten.

Dann kam der 24. Februar. Russland überfällt die Ukraine mit einem Angriffskrieg. Und einiges, was ich psychisch zu stabilisieren suchte, wurde hinweggefegt. Immerhin wurde ich dadurch tatsächlich zynischer. Reiner Schutzreflex. Um die immer öfter aufkommenden schwarzen Gedanken in den Griff zu bekommen.

Die dann einsetzende Energiekrise tat noch das eigene hinzu. Das kommt davon, wenn man keine zukunftsorientierte Energiepolitik betreibt. Vom Klimaschutz ganz zu schweigen. Dann klebt man sich halt mal auf die Straße und/oder verunreinigt Kunstwerke. Was auch leicht Richtung Schwachsinn geht, aber nun gut.

Ich befand mich das ganze Jahr im depressiven Krisenmodus.

Ging oft genug abends ins Bett mit dem Wunsch, am Morgen nicht mehr aufwachen zu müssen. Und am Folgetag erstmal gegen die Enttäuschung, doch wieder aufzuwachen, anzukämpfen. Und die Alternative, dass doch selbst zu besorgen, schnellstmöglich zu verwerfen.

Hilfreich ist dabei in erster Linie, dass ich Familie habe. Und tatsächlich der zu meinem 60. Geburtstag erstellte Lebenslauf. Da konnte ich mir immerhin sagen: Schmeiß das Erreichte nicht einfach so weg.

In Folge der ganzen augenblicklichen Entwicklungen wird es für 2023 sicherlich nicht einfacher. Durch die explodierenden Preise kommen auch noch Existenzängste hinzu. Nun gut.

Wie schon in meinem Lebenslauf schon eingeführt hier auch ein Überblick über prominente Menschen, die mir in irgendeiner Weise etwas bedeutet haben und in 2022 gestorben sind. In kalendarischer Reihenfolge:

Peter Bogdanovich; Bob Saget; Herbert Achternbusch; Hardy Krüger; Meat Loaf; Don Wilson; Ernst Stankovski; Götz Werner; Ivan Reitman; Sandy Nelson; Peter Merseburger; Gary Brooker; William Hurt; Siegfried Steiger; Taylor Hawkins; Uwe Bohm; Michael Degen; Frank Baier; Wolfgang Fahrian; Klaus Schulze; Rainer Basedow; Alan White; Ray Liotta; Andrew Fletcher; Jean-Louis Trintignant; James Caan; Monty Norman; Uwe Seeler; David Warner; Nichelle Nichols; Olivia Newton-John; Felix Huby; Hans-Christian Ströbele; Ruth Lapide; Michail Gorbatschow; Elisabeth II.; Jean-Luc Godard; Fritz Pleitgen; Louise Fletcher; Coolio; Günter Lamprecht; Ralf Wolter; Robbie Coltrane; Jerry Lee Lewis; Hans Magnus Enzensberger; Christine McVie; Christiane Hörbiger; Manuel Göttsching; Kirstie Alley; Jet Black; Hans Peter Hallwachs; Maxi Jazz; Pelé.

 

 

Mittwoch, 21. September 2022

Am Allerwertesten vorbei direkt in die Seele

 


Nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag in meinem Blog. Sowohl hier als auch völlig analog. Ja. Ich habe so ein Buch mit leeren Seiten aus Papier. Da schreib ich was rein. Boah!

In den letzten Monaten, nach meinem 60. Geburtstag, habe ich immer mehr an Vertrautem, an Sicherheiten verloren. Und das ist nicht allein die Beerdigung der Queen. Die kann als Symbol für das Vertraute, die Verlässlichkeit und Gewissheit herhalten. Ein Halt irgendwie in schwierigen Zeiten, nicht nur für die Briten. Was bleibt sonst noch so? Keith Richards?

Wie schon bemerkt hat mich die Covid-Pandemie weit in die Depression zurück gerissen. Ich war schon auf einem durchaus guten Weg es irgendwie in den Griff zu bekommen. Trotz einiger Rückschläge. Immerhin habe ich eine Gesprächstherapie gefunden – auch wenn ich eher eine Verhaltenstherapie gebraucht hätte. Aber besser wie gar nichts.

Verhindert hat das nicht, dass meine Ängste vor Menschenmengen schlimmer geworden sind. Gedanken, die nicht gesund sind, werden stärker. Irgendwie klappt es, dass ich nicht aufgebe.

Und dann passiert das mit der Ukraine.

Sicher, so bis 2014 ging mir die Ukraine am Allerwertesten vorbei. Was habe ich geschmunzelt, wenn die hitzigen Diskussionen im Parlament gezeigt wurden und die Fäuste und das Mobiliar die Argumente unterstrichen… Ja, und dann habe ich den Kopf geschüttelt und mir gedacht: So sind sie halt, die im Ostblock.

Doch dann wurde mit Blutzoll der Putinhörige Präsident Janukowytch davon getrieben. Es sollte besser werden. Der weitere Preis: Putin sicherte sich erstmal die Krim. Korruption lähmte das Land – bis eben dieser Schauspieler zum Präsidenten gewählt wurde. Selinskyi.

Und seitdem geht es so richtig rund. Und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Und die aktuellen Meldungen aus Russland lassen mich noch weiter sinken.

Und plötzlich habe ich die Vermutung, dass ich mir über hohe Heizkosten keine Gedanken mehr machen muss. Bald wird es kurzfristig mehrere Millionen Grad heiß. Und hoffentlich bleibt vom Menschen keine Spur mehr. Menschheit – das Krebsgeschwür am Allerwertesten der Erde. Jedenfalls so ein ungutes Gefühl habe ich. Lasst alle Hoffnung fahren. Willkommen in der Hölle.

Dienstag, 19. Oktober 2021

Resignation als Lebensaufgabe

Oh, was ich mich bemühe. Schlucke Tabletten. Tropfen. Mache inzwischen Therapie. Und zwinge mich, morgens aufzustehen. Das Bedauern, wieder die Augen zu öffnen statt sie endgültig geschlossen zu haben, teilweise unter Tränen zurück zu drängen.

Ja, ich weiß: Es gibt so viele, denen es schlechter geht. Im Gegensatz zu mir haben die aber auch gelernt, was Leben ist. Kompliziert. Habe bei Beginn der Therapie musste ich Gefühle beschreiben. Mut. Gelassenheit. Zuversicht.  - Konnte ich nicht. Ich kann so etwas nicht einordnen. Wahrscheinlich habe ich zu früh meine Gefühle eintüten müssen, als Schutzmaßnahme. Oft genug rate ich, welche Form von Gefühl jetzt angebracht ist und wie man das glaubwürdig vermitteln kann. Liege auch oft genug daneben - und flüchte mich in Sarkasmus oder gar Zynismus.

Ach doch: Traurig, dass kann ich. Könnte auch Melancholie sein. Oder sowas. Wirklich differenzieren kann ich das auch nicht - rate aber dann.

Und so sehe ich zurück und kann gar nicht genau sagen, wann ich glücklich war. Vermutlich war ich es mal. Viele Dinge, die mir passiert sind: Eine Partnerin finden, Geburt der Kinder. Zeiten, in denen ich mich geöffnet haben muss. In denen aber gleichzeitig schlimmes, belastendes passiert, wie eine Strafe dafür, mir etwas Glück gegönnt zu haben. Als verhüte ich womöglich Schlimmeres, in dem ich meine Gefühle im tiefsten Orkus versenke und nie wieder raushole.

--Break--

Dennoch, auch bei laufender Therapie, ist es schwierig mich zu fangen. Da ist noch eine Phobie vor Menschenmassen dazu gekommen. Letzte Treffen mit Freunden, Pumpeneck z.B., haben gezeigt, dass ich mich sehr unwohl fühle, meist abseits stehe. Ertrage, quasi, das Zusammensein um meiner Frau nicht den Spaß zu verderben und meine Freunde nicht zu verprellen. Zudem kostet es Kraft, mit den Öffis zu fahren. Und jetzt kommen noch so langsam die Weihnachtsfeiern...

Also, im Prinzip hat Covid 19 nicht nur meine Depression verstärkt sondern auch überwunden geglaubte Phobien zurück gebracht.

Mit diesen Päckchen winde ich mich irgendwie durch das Leben. Schwankend zwischen "Ich darf nicht aufgeben" und "Wann ist es endlich vorbei" versuche ich einen brauchbaren Weg zu finden. Trügerische Hoffnung Therapie? Da werde ich sehen müssen, was da noch passiert.

Donnerstag, 30. April 2020

Corona und die tiefe Finsternis


Es ist Ende April des Jahres 2020 und er fühlte sich befremdet. Ihm schien, die Gesichter der Menschen sind zu Masken erstarrt. Ebenso seines.

Ja, so stelle ich mir die Prologe der noch zu schreibenden Romane, die in diesen Zeiten spielen, vor.

Seit geraumer Zeit liegt dieses „weiße Blatt“ vor mir; gefüllt zu werden mit schweren Worten zu dieser Coronakrise und den Auswirkungen auf meine depressive Psyche; und wie immer, wenn ich mir vornehme etwas in meinem Blog zu schreiben: Nichts.

Gut, meinen Freunden und Followern auf Facebook und Twitter ahnen anhand des geschriebenen, nein: geschriehenen Wortes an vielen Stellen: Dem geht’s nicht wirklich gut. Und das stimmt. Es geht mir psychisch gar nicht gut. Der Insider weiss: Professionelle Hilfe habe ich auch nicht an meiner Seite, nur Medikamente und einige erworbene Skills sowie die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die mich lieben. Meine Frau, die Kinder.

Trotzdem war es manchmal sehr knapp. Finstere Gedanken, meist zu nächtlicher Zeit, plagten. Und plagen immer noch. Das Gefühl, nichts wert zu sein, das Leben setzt nur mir zu, völlige Sinnlosigkeit und dergleichen mehr. Gedanken schwirren, drehen sich im Kreis, es gibt doch da diesen einen Ausweg. In der Regel gehe ich dann raus und wandere mir den Kopf frei. Eine der Skills.

Und dann kam die Möglichkeit einer Ausgangssperre ins Spiel. Das ist nicht so gekommen, aber die Angst davor wurde irrational. Und zog mich weiter runter. Dass es nur ein Kontaktverbot wurde hat mich zwar beruhigt. Aber gleich war schon wieder der Gedanke: Da ist jemand, der mir bei meinen Depressionen helfen will – und dann darf ich mich nicht mit ihm mehr treffen. Natürlich. Nichts gönnt man mir.

Im Grunde hat sich, vermutlich, eine neue Tür geöffnet. Über eine Freundin habe ich Kontakt mit einer Psychotherapeutin aufgenommen und werde zumindest mal wieder ein Erstgespräch führen.

Und prinzipiell sollte ich mir immer wieder vor Augen führen: Mein Arbeitgeber ermöglicht mir, erst Dauerhaft, jetzt überwiegend, im Homeoffice zu arbeiten. Um meine Gesundheit nicht zu gefährden. Ich bin also doch einem was wert. Freunde, die sich für mich einsetzen, in dem sie mir Gesprächsmöglichkeiten anbieten. Meine Familie, die mich trägt.

Und doch. Immer wieder drückt dieser Schatten alles beiseite und möchte mich in den Abgrund führen. Covid_19 hat mich in der Bewältigung meiner Depression um Jahre zurück geschmissen. Ich bin froh, dass ich mich getragen fühlen darf (nicht immer fühlen kann, aber…) und so immer wieder hochkomme. Auch ein seltsamer Hang zu absurdem Humor hilft. Manchmal auch nur die inneren Tränen zu verdecken, aber hilft. Obwohl ich manchmal da sitze und völlig unmotiviert losheule. Aber das bekommt meist keiner mit.



Nun, was mache ich, um klar zu kommen? Klar, ich versuche, mir professionelle Hilfe zu suchen. Aber nebenher gebe ich mir quasi „Pflichtaufgaben“: Ich poste, da ich ja selten neue Touren machen kann, aus meinen Beständen die für mich schönsten Fotos. Dabei stelle ich mir vor, dass da einer sitzt, der sich auf diese Fotos freut und schon darauf wartet. Das gibt mir auch ein Gefühl, gebraucht zu werden. Oder ich suche Lieder, von denen ich meine, die passen in diese Pandemiezeit, egal ob Titel, textlich oder übertragen, und stelle diese vor. Vielleicht gibt es dem ein oder anderen Mitmenschen ja was.

Und ja, ich fahre gelegentlich auch mit dem Rad. Nicht mehr so weit, eher so 20 km Radius um Moers. Aber es hilft. Ebenso die täglichen, normalen Aufgaben, die man so hat.

Am Schluss noch eines: Ich halte, so schwer es mir fällt, es für ganz wichtig an, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona – Pandemie zu befolgen. So wenig Kontakt wie nötig, dann mit Abstand, Mund- und Nasenschutz tragen, vor allem auch: Hygiene. Wir kommen da durch. Auch ich. Bleibt gesund.


Montag, 30. Dezember 2019

Wahrnehmungsstörungen und andere Weltbildzersplitterungen

Was habe ich mir für 2019 so alles vorgenommen. Also, nicht dass, was als "Gute Vorsätze" bekannt sind. Und irgendwie doch. Unter anderem, mein Blog mehr zu nutzen. Und dann stand meine Depression immer wieder im Wege. Und jetzt, wo ich diesen Text schreibe, muss ich mich zusammenreißen.

Nun gut, ich habe mich halbtherapeutisch bei Facebook und Twitter ausgekotzt. Weil ich aufgegeben habe, mir therapeutische Hilfe zu suchen. Wegen des Frustes der wiederholten Absagen. Und im Grunde noch schlimmer. Auch Ablehnung. Schwamm drüber. Vielleicht gehe ich 2020 an die Sache erneut ran.

Für das zu Ende gehende Jahr war meine psychische Befindlichkeit allerdings sehr prägend.

Abgesehen von Problemen im ÖPNV, die zum größten Teil hausgemacht sind, sind auch Themen, die in 2019 immer mehr auf die Agenda kamen, stark von meinen Gefühlslagen, nein, Stimmungstiefs, geprägt. Was ich natürlich auf mich beziehe, nicht allgemein. Die Überschrift hatte ich tatsächlich erst nach dieser, leicht nach Schwachsinnigkeit riechenden, "Diskussion" über die Oma, die im Hühnerstall Motorrad fährt und letztendlich eine "Umweltsau" sei. Als Satire gemeint ging der Schuss wohl eher daneben. Und zeigt, das eine irgendwie erlangte Wahrnehmungsstörung die, nun ja, "Diskussionen" vor allem in den (a)sozialen Medien bestimmt. Jedenfalls aus meine Sicht. Und die Weltbilder, die ein jeder hat, immer absoluter gestellt werden und viele kleine Splitter, die anscheinend kein ganzes mehr ergeben können, zerfallen. Meine Assoziation. Gleichwohl kommen dazu, und spielen in die Klimadiskussion rein, "besorgte Bürger" , Rechtsnationale, Nazis, Rassisten, Wutbürger und so weiter. Dinge, die ich mit Besorgnis betrachte.

Die Klimaschutzdebatte zerschellt am Thunberg?

Vor über einem Jahr hat sich ein junges Mädchen entschlossen, ihren Unmut über das Nichtstun gegen den von Menschen gemachten Klimawandel etwas entgegen zu setzen. Im wahrsten Sinne. Mit einem Sitzstreik vor dem schwedischen Parlament. Anstatt zu Schule zu gehen. Was unerwartet große Kreise zog. Inzwischen ist die "Fridays For Future" - Bewegung weltweit zu Gange. 

Greta Thunberg redet inzwischen vor Parlamenten, Umweltverbänden und Klimakonferenzen. Unterstützt von Wissenschaftlern. Und maßlos angefeindet von Gegnern des Klimawandels.

Da wird dann im Prinzip unterstellt, dass Greta den Menschen alles nehmen will was ihnen Spaß macht. Es wird "Umweltschutz" und "Klimaschutz" durcheinander gewirbelt. Dabei steht das gar nicht zu Debatte. Eine 16 Jährige bedroht den Komfort der Wohlstandsgesellschaft. Lachhaft. Es geht darum, dass die Regierungen im Blick auf die Zukunft der jetzigen Kinder Maßnahmen ergreifen, die zumindest ein Minimalziel erreichen soll. Und die Aufforderung, dass jeder Einzelne überlegt, was er dazu beitragen kann.

Herausgekommen sind bislang nur wirkungslose Maßnahmen, die populistisch als Umweltgesetze verkauft werden, und eine überhitze Diskussion mit viel Hass von und über "Umweltsäue". Denn die Generation "Oma", die gemeint ist, ist in der Regel die meine. Mit 58 bin ich im Alter den singenden Kindern des WDR eine Oma zu sein. Fast schon Uroma. Aber dass nur am Rande.

Im Prinzip liegen hier viele, verschiedene Interessen gegeneinander im Streit.

Menschen, die ihr Leben hart malocht haben und sich jetzt mal was gönnen wollen. Einen SUV zum Beispiel. Ein im Grunde völlig überflüssiges Automobil. Aber anscheinend heißbegehrt. Menschen, die gerne wüssten, wo und was sie noch arbeiten sollen, wenn bestimmt Energieträger nicht mehr genutzt werden sollen. Und Menschen, die Angst haben, dass diese Welt untergehen wird, weil das Klima kaputt geht.

Dazwischen die Regierungen, die irgendwie die Waage halten wollen. Und es nicht mehr können. Es wird irgendwie in die eine oder andere Richtung gehen. Das gilt auch für den Umweltschutz. Denn dass sind andere Dinge, die auf das Klima keinen Einfluss haben. Plastikmüll, Giftstoffe in der Erde, in der Luft. Dazu anscheinend keine Bereitschaft, nachzudenken und miteinander zu reden. Anstatt wird gegeneinander geredet.

Ja, und die Wutbürger und Konsorten

Und dann kommt noch dieses Thema. Das auch in die Klimadiskussion einspielt. Wobei, beunruhigender Weise, der Nationalismus sich internationalisiert. Zu Auflösungserscheinungen von Gesellschaftsstrukturen, die gefestigt schienen, führt, die man doch eigentlich gar nicht wollen darf.

Da wird gerne mit Unwahrheiten, Halbwahrheiten und bewusst gesetzten Falschinformtionen gehandhabt unter dem Motto: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen. Darf man. Aber man muss auch fundierte Gegenrede zulassen. Und nicht gleich von Zensur reden wenn jemand gegen diese abstrusen Meinungen spricht. Aber, so scheint es, es sind Diskussionen nicht erwünscht. Nur Zustimmung zur gerade geäußerten Meinung - und das auf allen Seiten.

Denn grade auf linker, (Möchtegern) Intellektueller Seite besteht so eine gewisse Arroganz, die geäußerten Meinungen, Befürchtungen von schlichten, einfachen Menschen abzutun und gleich in eine gewisse Ecke zu drängen, in die sich die Abgewiesenen dann irgendwann auch kuscheln. Weil sich darum dann die AfD kümmert. Die Menschen werden nicht ernst genommen weil sie das falsche Bildungsniveau haben. So scheint es mir. Hier haben allerdings die politischen Parteien versagt. Sie haben schlichtweg ihren politischen Auftrag vernachlässigt, politischen Willen zu bilden.

Glücklicher Weise haben die demokratischen Parteien immer noch eine Mehrheit. Aber das braune Gespenst wird immer deutlicher. Und viele Anhänger der AfD können und wollen das nicht mehr sehen. Eine Entwicklung, die mir Sorgen bereitet. Die allerdings hausgemacht ist. Die Entwicklung.

Rassismus  und Nationalismus; muss übrigens nicht kombiniert werden; ist weltweit ein Phänomen. Das wird nicht gesund sein. Weil es Menschen gegeneinander aufhetzt.

Und der ganze Rest

Ja, da wäre noch die Monty - Phyton - Serie "Brexit". Zum Beispiel. Traurig, aber ich sehe die EU ohnehin zerbrechen. Am Flüchtlingsstrom. An Finanzierungsfragen. An einer gewaltigen Wirtschaftskrise. Und da entwickle ich einen sarkastischen bis zynischen Humor. Irgendwie auch ein Schutzschild.

Das oben geschriebene ist letztendlich nur ein Anriss meine Gedanken zum Thema. Nichts Endgültiges, vielleicht auch getrübt durch meine negative Sichtweise. Schließlich war ich vor einigen Jahren nicht  so ganz überzeugt vom massiven menschlichen Einfluss auf den Klimawandel. Hatte durchaus eine immer noch abklingende Eiszeit hin zur Warmzeit im Blick, die der Mensch halt ein wenig beschleunigt. Nein, der menschliche Einfluss beschleunigt das überproportional. Und das ist nicht gesund. Und nein, ich glaube nicht, dass wir das noch stoppen werden.

Gleichwohl überlege ich sehr wohl: Was kannst Du machen um deinen Einfluss aufs Klima zu verringern? Ich fahre ja schon kein Auto. Und versuche, Plastik zu vermeiden (was aber mehr mit Umweltverschmutzung zu tun hat)

Und gut, ich bin pessimistisch. Aber ich versuche auch 2020 mehr zu tun. Auch gegen die Depression.


Dienstag, 3. Oktober 2017

Einheitsbrei und Ballerei

Heissa juchee. Da haben wir also den 27. Jahrestag der deutschen Einheit. Und selten klang "deutsche Einheit" unangebrachter wie heute.

Die Mauer in den Köpfen scheint höher denn je. Und die Diskussion, woran das liegt, ist im vollem Gang. Dabei dürfte die Erklärung ziemlich einfach sein: Die komplette Riege der Konsenspolitiker hat versagt. Weil sie jeden, der an dieser Konsenspolitik Kritik übte, in die rechte Ecke drückt. Und was sollten so abgeschobene dann schon machen? Richtig, sich in die rechte Ecke verdrücken. Mit viel Glück, sehr viel Glück, bekommen wir vielleicht eine richtige Diskussionskultur. Und vielleicht gibt es dann auch wieder mehr Gemeinschaft.

Wobei: Was heißt schon Deutschland? Ein bismarksches, preußisches Konstrukt. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn gab es nie eine einzige Nation unter der Überschrift "Deutschland". Erste Ideen dazu gab es erst zu Revolutionszeiten 1848. Und die Vollendung dann, unter anderen Vorzeichen, 1871. als erweitertes Preußen, quasi. Auf die Spitze getrieben dann 1933-1945.

Eine Wiedervereinigung also ist nur die Fortsetzung Preußischer Großmannssucht.  Musste das sein? Wahrscheinlich schon. Weil irgendwie alle von einem gewachsenem Deutschland ausgehen. Dabei ist Deutschland weniger Nation als Polen. Oder die Türkei. Oder gar die USA. Nun gut, immerhin ist eine sozialistische, kommunistische Diktatur verschwunden. Und was für Alternativen hat man vor 27 Jahren auch schon gehabt.

Gleichwohl ist das ganze nicht zusammengewachsen sondern zusammengewuchert. Mit viel Fortüne überlebt der Patient voller Narben. Egal. Bin eh kein Freund von Nationalkrams. Oder Separatismus. Was da so in Spanien abgeht. Oder Im Irak. Oder der Türkei. Oder wo auch immer. Nationalismus führt immer in den Abgrund.

A propos Abgrund: Was in den USA abgeht ist ja auch kaum zu toppen. Irgendwie sehe ich für die Welt schwarz. Wo bleibt nur Planet X? Man könnte ihn gute gebrauchen.

Samstag, 31. Dezember 2016

Wave Goodby and say Hello

Und endlich geht dieses Jahr zu Ende. Das neue Jahr wird bestimmt besser. Wenn das mal keine Selbsttäuschung ist. Wunsch als Hoffnung.

2016 stand ja unter keinen guten Vorzeichen. Terror, Rechtspopulismus, Nationalismus - und eine große Zahl großer Namen, die sich von diesem Planeten verabschiedet haben. Was für mich aber wesentlich beeindruckender war: Die Depression, die sich wesentlich tiefer eingegraben hat. Immerhin: Autismus kann so weit ausgeschlossen werden. Ob das ein Lichtblick ist? Ich bin mir nicht so ganz sicher. Aber im Augenblick läuft es so halbwegs.

Anfang des Jahres war das nicht so. Und schon starb David Bowie. Einer meiner musikalischen Idole. Und viele weitere folgten. 2016 scheint ein schlechtes Jahr für die Popwelt zu sein - abgesehen von Film und Politik. Weiter verwunderlich ist das aber nicht. Die Helden unserer Jugend sind in der Regel 10 bis 20 Jahre oder mehr älter als unsereins. Und da ich Mitte 50 bin... Nein, wir werden 2017 noch wesentlich mehr der alten Heroen gehen sehen. Was erschreckender war: Menschen wie Roger Cicero, Prince oder George Michael, den es ironischer Weise am 1. Weihnachtstag dahingerafft hat, die in relativ Jungen Jahren sterben mussten. Ich  meine, Götz George, Alan Rickman oder gar Walter Scheel und Genscher hatten vom Alter her durchaus gehen dürfen. Aber Westerwelle, Pielhau oder viele andere? Sicher, da gab es Vorerkrankungen.

Nun gut. Man macht das mal gerne an Prominente fest - aber was 2016 an Terror, Krieg oder Katastrophen gestorben ist dringt nicht so ein. Zu groß die Menge, zu klein der Bekanntheitsgrad. Sicher, wenn der Terror in die Nachbarschaft schlägt; Nizza, Berlin; dann ist man betroffener. Aber irgendwie auch froh, dass es einen selbst nicht erwischt hat.

Gleichwohl: 2016 war auch ein Jahr der Umbrüche. Das Erstarken der rechten, nationalistischen Populisten kann schon Sorgen bereiten, insbesondere auch in den USA Trump Präsident geworden ist. Es scheint so, als bräche die Welt langsam auseinander. 2017 wird auch da noch Überraschungen bieten. Ebenso wie bei den hervorstechenden Ereignissen wie der Brexit, der Putsch in der Türkei oder der Krieg in Syrien. Das alles wird uns 2017 auch noch und wesentlich dramatischer beschäftigen.

Nein, das vergangene Jahr bleibt bei mir nicht in guter Erinnerung. Allerdings macht die Aussicht auf 2017 auch nicht viel Hoffnung. Ich glaube, die Welt wird sich dramatisch verändern. Und da versuche ich einfach mal, meine Menschlichkeit zu bewahren.

Allen Lesern eine ruhige Silvesternacht - und ein gesundes 2017.

Montag, 4. Juli 2016

So ein Brexschiet.


Eine Woche ist das Votum der Briten für den Austritt aus der EU her. Und was überschlagen sich die Ereignisse und Hysterien vor allem in den Medien – und in der Politik vor allem der EU.

So ungeheuerlich scheint die knappe Entscheidung der Briten zu sein dass sich von der Spitze der EU bis hin zu kleinen Hinterbänklern fast schon ehrenrühriges abgesondert wurde. Verschmähte Liebe? Fast wirkt es so. Die EU kann kaum damit warten Großbritannien los zu sein. Als ob man darauf nur gewartet hatte.

Prompt treffen sich die 8 Gründerstaaten der EWG (EU) auf Ministerebene. Das sieht schon aus als würde man umgehend an ein wirtschaftlich starkes Kerneuropa basteln – und vielleicht alles störende abschütteln. Hoffnung, dass andere, die kein Bock mehr haben, auch gehen. Man könnte das fast glauben.

Immerhin ist die EU als Wirtschaftsunion gegründet worden. Und darum geht es auch heute noch, samt Euro und offene Grenzen. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum. Dass auch die Bürger an den offenen Grenzen, dem Euro und der Freizügigkeit auf die ein oder andere Art profitieren ist dabei nur ein positiv gesehener Nebeneffekt.

Und genau da haben die Brexit – Befürworter um Boris Johnson und Nigel Farage angesetzt. Und, natürlich, die Bevölkerung mit falschen Behauptungen und Tatsachenverleugnung in eine antieuropäische Stimmung versetzt. Den Briten wird anscheinend erst jetzt bewusst, was der Brexit für sie bedeuten wird.

Leider sind diejenigen, die das negativ betreffen wird und abstimmen konnten, nicht zur Wahl gegangen. Oder zu wenig. Und haben dadurch die Zukunft auch der Jugend wohl eher verbaut.

Andererseits: Großbritannien hat immer schon Sonderrechte gehabt. Eventuell, da sich die Verursacher aus der Verantwortung stehlen, gibt es ja noch einen Ausweg. Bloß: Will das noch einer?

Europa als Idee hat anscheinend ausgedient. Die Union ist nie so wirklich beim Bürger angekommen. Das merkt man bei den Europawahlen. Sehr geringe Wahlbeteiligungen sprechen eine deutliche Sprache. Die die EU-Bürokratie leider nicht hat. Und so ist Europa für den Bürger ohnehin weit weg. Was den handelnden Personen ohnehin egal zu sein scheint. Eine Wirtschaftsunion kriegt man auch ohne Beteiligung der Bürger hin.  Und vor allem: ohne die widerborstigen Briten.

Die Entwicklungen in letzter Zeit lassen Sorgenfalten wachsen. Gesund kann das nicht sein.

 

Montag, 21. März 2016

Verdammt.


Ist es doch schon ein viertel Jahr her, dass ich dem Jahr 2016 eine Chance geben wollte. Hat es bislang nicht genutzt. Gleich am Anfang nahm es David Bowie. Und grade eben auch Westerwelle. Obwohl – so bedeutend fand ich den nicht für mein Leben. Aber irgendwie mochte ich den Guido. Und er ist meine Altersklasse. Im Gegensatz zu Bowie. Die Einschläge kommen näher.

Schlimmer ist, dass ich depressionsmäßig nicht so wirklich aus den Pötten komme. Sehr schwankend. Obwohl ich jetzt so langsam wieder in das Berufsleben einsteige. Aber gefühlt immer noch ein Grenzgang.

Dass es immer noch schlechter geht zeigt die Flüchtlingspolitik der EU. Ob man da noch von Politik reden kann ist auch diskussionswürdig. Aber „Geschäfte“ mit diesem islamistischen Hetzredner und Menschenrechts Verächter Erdogan zu machen, um Abstand zu dem Elend zu bekommen… Menschengeschachere auf dem Rücken hilfesuchender Menschen um den Einsatz eigener Glaubwürdigkeit. Oder wie man den Anspruch verliert, sich für Menschenrechte einsetzen zu dürfen. Die Chinesen werden uns auslachen. Und sich damit dem Putin anschließen. Der lacht uns schon lange aus. Weil er um diese Unglaubwürdigkeit schon länger weiss.

Blöd nur, dass ich so ad Hoc auch keine billige Lösung anbieten kann. Kritisieren geht ja immer. Hat sich dereinst auch die Merkel gedacht. Und die Grenzen aufgemacht, in der Hoffnung, die EU-Partner ziehen mit. Geschissen. Und jetzt steht sie da mit zu kurzem Hemd. Auch  keine schöne Vorstellung.

Na gut, dass wir noch die Option mit Armageddon haben. Sollte diese Weichbirne Trump tatsächlich Präsident werden wären wir da auch schon einen Schritt weiter. Wenigstens das. Man hat ja ohnehin wenig Zuversicht.

Ist ja bald Ostern. Vielleicht kommt wenigstens David Bowie wieder.

Donnerstag, 26. März 2015

Sinnfrage:

 Wie kommen angeblich seriöse Medien auf die Idee, einen Experten, der klar gesagt hat, dass es keinen Raum für Spekulationen gibt, zu eben solchen animieren wollen? Und wieso wird eine Liveschalte nach Haltern gemacht mit den Worten: "Wie ist da grade die Stimmung?" ‪#‎Rätseljournaille

Mittwoch, 25. März 2015

Tragödien-Trauer


Träume am Berg zerschellt

Leben einfach abgestellt

Gebrochene Herzen, verlorene Lieb‘

Trauerschmerz ist, was blieb

#4U9525

Montag, 12. Januar 2015

Jahresanfangsknall


Da schau‘ her – ein neues Jahr ist angebrochen. Und anstatt einen Nachruf auf das alte Jahr zu verfassen und Hoffnungen für das neue zu formulieren habe ich einfach vor mich hingelebt. Weihnachten ist nicht so mein Fest, es kommen mir auch zu viele Menschen zusammen. Und Sylvester wird auch eher beschaulich gefeiert.

Wie auch immer: Ich konnte mich einfach nicht aufraffen etwas zu schreiben. Dabei wollte ich doch einiges über IS und Pegida zum Besten geben. Aber 2014 hat mich ganz anders geprägt als ich es vermuten konnte. Dass mein Erzeuger tatsächlich noch lebt und dass ich eine Schwester habe geht mir noch tief nach. Man kommt ins Grübeln.

Und während ich noch so grüble passiert in Paris Grauenhaftes. Islamisten töten Karikaturisten und Journalisten. Wieder ein Anschlag auf unsere westlichen Werte. Und plötzlich ist man Charlie. „Charlie Hebdo“ heißt das Satire-Magazin, dass wohl noch um vieles härter ist als z.B. das deutsche Magazin „Titanic“. Ich kannte es vorher nicht – was mich nicht hindert, mich solidarisch zu zeigen und auch „Charlie“ zu sein. Genauso könnte man auch Ahmed sein. So hieß einer der Polizisten, die bei dem Attentat ums Leben gekommen ist. Ein Muslim, der unsere westlichen Werte mit seinem Leben verteidigt hat.

Natürlich bin ich Manfred. Und nicht Charlie. Und in der Tat kannte ich Charlie vorher nicht wirklich. Und was ich an Karikaturen gesehen habe gefällt mir vielfach nicht. Das tun auch die Sachen, die „Titanic“ zum Besten gibt, nicht. Gleichwohl gehört das zur freien Meinungsäußerung. Wie allerdings auch die Phrasen, die PEGIDA so zum Besten gibt. Weswegen die Demos auch genehmigt werden müssen. Im Gegensatz zur „Charlie Hebdo“ und Konsorten wird die freie Meinungsäußerung aus diesen Kreisen nicht so gerne gehört.

Der Hintergrund von PEGIDA und Folgeerscheinungen liegen sicher im rechtradikalen Bereich. Aber das schlichte, sehr einfache Volk, was da mitwandert, fühlt sich anscheinend nicht ausreichend mitgenommen von der offiziellen Politik – und das machen sich diese rechten Rattenfänger natürlich zu Nutze. Ich finde es schon bedenklich, wenn der Zulauf in einer Stadt die grade mal 0,2% Ausländeranteil (davon vielleicht die Hälfte Muslime) hat am größten ist. Und in Städten oder Gegenden, die 20% Ausländer bzw. Migrantenanteil haben diese Bewegung so gut wie keinen Zulauf hat. Was nicht heißt, dass die Bürger dort keine Sorgen und Nöte mit dem Thema Zuwanderung haben. Aber man geht anscheinend, wie z.B. im Ruhrgebiet, ganz anders damit um.

Und den Spruch „Der Islamisten-Terror hat nichts mit dem Islam zu tun“ kann ich nicht mehr hören. Doch, der hat sehr wohl was mit dem Islam zu tun. Er ist Teil des Islam. Ebenso, wie fundamentale Christen in den USA Abtreibungsärzte erschießen mit dem Christentum zu tun hat. Es sind extremistische Auswüchse. Man, vor allem der Islam, sollte sich allerdings auch fragen, wieso ausgerechnet der Islam so viele gewaltbereite Menschen hervorbringt. Was läuft da schief?

Naja, das Jahr 2015 ist schon mal deftig gestartet. Und ich befürchte, es wird noch „besser“ werden.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Und es hat Rumms gemacht


Man kann es kaum glauben – Deutschland ist im Finale der WM 2014. Mit einem sogenannten Kantersieg. 7:1. Gehofft, knapp gegen die Ersatzgeschwächten Brasilianer zu gewinnen, hat man ja. Aber das war schon deftig.

Gleichwohl: Zeitgleich mit den deutschen Treffern eskaliert die Lage in Israel/Palästina auf das Heftigste. Treffer, die auch das Aus bedeuten – aber ernsthaft. Israel hat reagiert auf die Angriffe der Hamas-Terroristen. Anscheinend die einzige Sprache, die die Hamas versteht: Gewalt.

Und aus der Berichterstattung der Presse kann man Rückschlüsse ziehen dass die Israelis die Bösen wären. Zumindest der Eindruck entsteht in so manchem Bericht, respektive durch die Schlagzeilen impliziert. Oder geht das nur mir so? Immerhin greift die Hamas Israel mit Raketen an. Aus Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Und verschwindet dort bevor die Retoure kommt. Ohne die Kinder mitzunehmen. Damit man den Israelis was vorwerfen kann.

Und wieder steht die Welt vor Armaggeddon. Zumindest, wenn man den Prophezeiungen der Zeugen Jehovas und einiger evangelikaler Seher Glauben schenken will. Will ich nicht, aber manchmal... Mir scheint, die dort beteiligten Parteien legen es darauf an.

Wie nahe doch Freud und Leid liegen.

Montag, 10. Februar 2014

Tücken echter Demokratie

Ein knappe Mehrheit hat in der Schweiz für eine Begrenzung des Zuzugs von Ausländern beschlossen  - in einer demokratischen Entscheidung. Und schon regt sich Europa auf. Zumindest die Politik.
Denn es gibt einen Grund, warum es solche Bürgerentscheide in Deutschland und anderen EU-Ländern nicht gibt. Weil eventuell die Bürger, die Menschen anders entscheiden als sich die Politiker dass wünschen. Ein ähnlicher Bürgerentscheid wie jetzt in der Schweiz in jedem beliebigen EU-Land (oder sonst wo auf der Welt) würde wahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis zur Folge haben.
Und das sind, in der Schweiz ebenso wenig wie in Deutschland, extreme Rechte, die so entscheiden. Das geht von eher Linken bis zu rechten. Kaum zu glauben? man sollte nicht so sehr auf das wohlfeile Gequatsche der Politiker hören – sondern auf das, was der Bürger so von sich gibt.
Und so hat es natürlich seinen Grund, warum es hier keine echte Demokratie gibt – sondern eine parlamentarische. Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten – sagte mal Volker Pispers süffisant. Aber genau deswegen sind eben solche Bürgerentscheide nicht vorgesehen. Wir hätten sonst keinen Euro. Oder Bankenhilfe. Oder…
Und so finden die europäischen Bürger die schweizer Entscheidung sicherlich gut. Im Gegensatz zur Politik. Es ist aber eine echte demokratische Entscheidung. Die man respektieren sollte. Und mal schauen, wie man damit umgehen kann.
 
Nachtrag: Schöner Beitrag vom Schweizer Jörg Kachelmann:

Freitag, 16. August 2013

Polizeidesaster– Politikversagen – Ekelmedien: 25 Jahre Gladbecker Geiseldrama


Am Wochenanfang habe ich im “Focus” den Bericht und das Interview mit Ines Voitle, die überlebende Geisel, gelesen. Es gab eine kurze Doku in der “Aktuellen Stunde” zum Thema und die Berichterstattung über die mögliche Freilassung des grenzdebilen Mörders Degowski. Und die gallige Erinnerung an eines der widerlichsten Geschehnisse, die je in der BRD passierten, kamen wieder hoch.
Interessanter Weise hat meine Tochter (17) den Artikel gelesen und die Berichte im TV mit Interesse verfolgt – und sich empört über das, was damals geschehen ist. Über das, was man damals in etwa Gleichaltrigen angetan hat, wie man mit den Geiseln umging, wie die Polizei versagt hat und wie sich die Medien verhalten haben. Unglauben, als ich ihr sagte, dass ein Journalist den Geiselgangstern sogar den Weg aus Köln gezeigt hat. Wir haben lange diskutiert.
Was zeigt, wie dieses Ereignis nachwirkt.
Ich habe damals die Berichterstattung mit Faszination und Ekel verfolgt. Man konnte sich dem kaum entziehen. Verwunderung, dass Reporter mit den Geiselnehmer in der Bank telefonieren konnten. Dass einer wie Frank Plasberg ein Live-Interview führen konnte. Wie man erfuhr, dass die Gangster auf der Flucht noch die Lebensgefährtin von Rösner abgeholt haben. Wie man nicht in der Lage war, die Verbrecher zu stoppen. Dass Journalisten sich für die Geiseln austauschen ließen. Und dann der Linienbus in Bremen gekapert wurde. Wieso konnten Journalisten in den Bus um Fotos zu machen? Warum konnten die Geiselnehmer mit dem Bus in die Niederlande flüchten? Wieso war kein Krankenwagen in der Nähe als Degowski den jungen Italiener erschossen hat? Und dann die widerlichste aller Szenen: Der von den Niederländern zur Verfügung gestellte Flucht-BMW mit den drei Geiselgangstern und den Geiseln Ines Voitle und Silke Bischoff mitten in Köln – umlagert von einer Meute Reportern, TV-Kameras. Unglaublich. Ich werde nie, in Ewigkeit nicht, den Gesichtsausdruck von Silke Bischoff vergessen, die Waffe von Degowski, der sie auch noch in die Polster drückte, am Hals. Und sie gefragt wurde, wie es ihr ginge. Und sie mit diesem panischen, angsterfüllten Gesichtsausdruck antwortete: Gut.
Ein paar Stunden später war sie tot. Und der Rest der Wagenbesatzung schwer verletzt – wegen einer mehr als dilettantischen Befreiungsaktion auf der Autobahn.
Wie traumatisiert die Geiseln immer noch sind zeigt sich an den Aussagen von Ines Voitle im “Focus” – dem  Blatt, dass damals noch nicht existierte – und die kurze Erwähnung, was mit der Schwester des jungen Italieners passiert ist, die ja mit ansehen musste, wie ihr Bruder erschossen wurde. Und dass man nichts, aber rein gar nichts für die Geiseln getan hat.
Wie mag es den Angestellten der Bank ergangen sein? Den Geiseln aus dem Bus? Den Angehörigen des verunglückten holländischen Polizisten? Scheint nicht von Interesse sein. Rösner und Degowski stehen immer noch im Vordergrund der Berichterstattung. Und die Empörung darüber, dass Degowski wohl auf seine Freilassung vorbereitet werden soll. Rösner heiraten will. Und vielleicht auch in einigen Jahren Frei kommt.
Sicher: Die Polizei war mit der Situation völlig überfordert. Ebenso die politischen Entscheidungsträger. Was am meisten anwiderte, jedenfalls mich, war die Rolle der Medien. Die wird auch gerne bei Dokus über dieses Ereignis so nebenher erwähnt. Konzentriert wird sich auf das Versagen der Sicherheitskräfte.
Heute, am 16.08.2013, 25 Jahre nach dem Ereignis, gibt es eine Dokumentation auf dem WDR. Zur Zuschauerfreundlichen Zeit um 23:15 Uhr. Da schaut man bestimmt gerne zu.

Gladbecker Geiseldrama: 54 Stunden Staatsversagen - Inland - FAZ