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Sonntag, 22. Januar 2012

Ich glaub’ es einfach nicht

http://www.mister-wong.de/doc/mein-glaubensweg_260946975/

CHURCHDARK

Jetzt ist es also schon gut 11 Jahre her dass ich mich von meinem Gottesglauben entfernt habe. Was sage ich; verabschiedet. Und nun habe ich tatsächlich nochmal meinen damaligen Aufsatz für “Der Humanist”, den ich auch für mein Blog genutzt hatte, wieder gefunden.

“Mein Glaubensweg” liest sich etwas unbeholfen. Und greift natürlich auch nicht die Entwicklung die ich seitdem gemacht habe auf. Kurz danach habe ich noch einen Aufsatz geschrieben der sich mit den Anfeindungen aus Christenkreisen auseinander gesetzt hat. Und noch einen Beitrag für meinen Blog, in dem ich mal etwas reflektiere. Aber im Prinzip habe ich die letzten Jahre gar nicht groß über meinen Glauben/Nichtglauben nachgedacht. Ich bin einfach ein Religionsatheist. Weil ich nicht an die Religionsgötter glauben kann – während ich die Existenz oder Nicht-Existenz eines möglichen Gottes oder Götter nicht nachweisen kann. Und somit diese Frage offen lassen muss. Obwohl die Logik nur den Schluss zulassen kann dass da niemand ist.

Wenn ich also sage, ich bin Atheist, dann bezieht sich das auf die Götter, die die Religionen so anbieten. Im Besonderen natürlich den Christengott, der für unsere Kultur so maßgeblich ist. Langes Bibelstudium hat mich erkennen lassen, dass es sich bei diesem Buch, eigentlich Bücher, um ein Menschenwerk handelt dass sich einen Gott irgendwie zusammenbastelt. Ich habe das mal geglaubt, was die Bibel anbietet. Vor allem die Geschichte mit Jesus als meinen persönlichen Erlöser. Der angeblich frei macht von Sünde und ein gottesfürchtiges Leben garantiert. Allerdings kann ich den Aussagen der Bibel nicht (mehr) trauen. Und so hatte es sich ja mit dem christlichen Glauben erledigt.

Und mit allen anderen auch. Da der jüdische Glaube ja der Vorläufer des christlichen ist und der Islam ebenfalls auf diesem basiert fallen diese automatisch raus. Abgesehen von den Naturreligionen, dem Buddhismus, dem Hinduismus und was sonst noch so kreucht und betet: Alles irgendwie nicht glaubwürdig. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Prinzip ist es nicht fair den Streit zwischen Evolution und Glauben so  einseitig zu sehen. Damals hatte ich es halt mit Kreationisten oder I.D. lern zu tun. Es gibt, wie damals auch schon erkannt, natürlich auch Christen, die die Evolution als Fakt sehen und trotzdem glauben. Die katholische Kirche hat dies ebenfalls anerkannt. Und insofern wären Kreationisten normal nicht das Problem. Allerdings liegen diese gar nicht so falsch. Denn das Erlösungswerk Jesu basiert auf der Schuld des Adam, dass durch den neuen Adam Jesus aufgelöst wird. Und ohne die Schöpfungsgeschichte wäre dieses hinfällig. Was heißt: Christen, die an Schöpfung durch Evolution glauben, haben ein nicht unerhebliches theologisches Problem. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen eine Schöpfung durch Evolution – aber nicht durch den Gott der Bibel.

Sicher, das ist nur ein Teilaspekt. Insgesamt ergab sich halt, dass ich das alles nicht  mehr glauben konnte. Obwohl, wie ich festgestellt habe, durchaus eine religiöse Ader habe. Und ich gerne glauben würde, dass mein Leben eine göttliche Fügung war. Vor allem, weil es sich trotz aller Dramatik so gut entwickelt hat.

Durch meine nicht einfache Kindheit, geprägt durch Gewalt, Missbrauch usw., hatte ich allen Grund nach einem metaphysischen Halt zu suchen. Katholisch geprägt suchte ich den natürlich bei Jesus, Mutter Gottes und weiß ich wem an Heiligen. Wirklich Halt gefunden habe ich aber erst bei meiner Frau. Und dann erst, immer noch innerlich zerrissen, auch bei Jesus. Familie, die mir alles bedeutet. Zweifel an Gott. Und immer noch Sehnsucht nach übernatürlichen Halt.

Aber bevor ich als hoffnungsloser Romantiker verrufen werde: Nein, ich glaube einfach nicht. Weil ich es nicht kann. Und dabei bin ich auch kein Kirchenkritiker. Also, so Vollopposition. Ich verstehe sehr wohl dass der Glaube vielen Menschen einen festen Halt gibt. Was mich nur so auf den Senkel geht ist, dass man das so absolut setzt auf andere bezogen.

Tja, einfach ein paar Gedanken, die ich  mir gemacht habe als ich diesen alten Text wieder gefunden hatte. Und weil es immer noch Menschen gibt die Atheisten böse angehen. Danke, mir geht es gut so wie es ist.

Sonntag, 28. November 2010

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

31.12.06 018 
Also ist es wieder so weit: Die Adventszeit ist angebrochen. In vielen Haushalten brennt die erste Kerze am Adventskranz, irgendwann brennen alle und so mancher Haushalt auch. Vorsicht also.
Die Vorboten liegen gefühlt seit Ostern in den Geschäften – Marzipanbrote, Schokoweihnachtsmänner, Oblaten, Spekulatien….. Die Anzahl der Parfümwerbungen verdichtet sich, die Elektromärkte beginnen mit dem Overkill an Annoncen – und dazu passt die Meldung, dass dieses Jahr der profane Deutsche so etwa 250,- € an Weihnachtsgeschenke kaufen wird. Da ich vermute, dass die Hartz IV - Abhängingen nicht dazu gehören (oder etwa doch?) dürfte die, ääh, Dunkelziffer noch höher liegen. Merke: Weihnachten ist allem Anschein nach ein Fest zur Geburt des Sohnes des Gottes Mammon, genannt Konsum.
Die Religion heißt Kapitalismus, niemand weiss wirklich, dass er sie verehrt und betet an der Hl. Konsum. So zumindest hätte es den Anschein, wenn ich als, na sagen wir, Außerirdischer diesen Planeten beehren würde – also so wie in echt. Dazu kommen so viele kleine Details, die belegen, dass dieses Fest familiäre Strukturen zu zerstören sucht. Oder warum sind so viele Beziehungen und Familienstrukturen spätestens an Heilig Abend, dem Höhepunkt Disneyschen Kitsches, schwer in der Krise?
Und ich habe den Eindruck, dass das von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Und aus dem Blick verloren geht, was Advent und die Weihnachtszeit wirklich ausmacht.  Man ahnt es allenfalls noch. Um das schlechte Gewissen, was einen da plagen mag, wissen die diversen Hilfsorganisationen und inszenieren daher Spendenaufrufe mit verhungernden Kindern oder leidenden Tiere; Tierleid, was manchem Zeitgenossen ohnehin schlimmer erscheint als das Leid der Kinder; und man ist geneigt anzunehmen, dass die Hilfsorganisationen so manche Katastrophe exakt in die Vorweihnachtszeit zu legen wissen….
Sicher, dieses Weihnachten ist wohl aus dem Mithras-Kult, den Saturnalien der Römer und diversen Sonnenwendenfeierlichkeiten der Kelten und Germanen hervorgegangen sein und vom Christentum mit dem entsprechenden Inhalten gefüllt worden zu sein – quasi adaptiert und dann adoptiert – gleichwohl bedeutet es aber dennoch etwas, dass sich auch Nicht-Religiöse anziehen können. Wenn schon nicht auf die Ankunft des Lichtbringers zu warten, die Geburt des Christos, so doch den Sinn dahinter annehmen. Und der ist nicht Geschenke noch und noch, je teurer desto besser oder Glühweinorgien auf dem Weihnachtsmarkt oder… Nein. Es ist der Gedanke, die Idee, dass eine Höhere Macht in unser Leben eingreift, vielleicht zum Besseren wendet, dass diese Höhere Macht eins ist mit uns Menschen. Das Hoffnung ist in dem ganzen Dunkel des Seins. Eben: ein Licht uns leuchtet, dass uns leitet, uns wärmt. Und dass wir uns in dieser Zeit mit den längsten Nächten gegenseitig bewusst machen, dass wir uns haben und uns wertschätzen.
Ich jedenfalls, als Atheist, schätze diese Zeit eher als Zeit der Besinnung und weniger als Schlacht um das größte und beste Geschenk. Denn dass ist uns längst gegeben: unser Leben.

Mittwoch, 7. April 2010

Der Kirche den Rücken kehren

Das viele Gläubige nun ihrer Kirchen den Rücken kehren ist nicht verwunderlich – aber die Missbrauchsfälle, die ja zum Teil Jahrzehnte zurück liegen, sind m.E. nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.

Über das Sexualverhalten katholischer Priester und Ordensleute hat man sich seit Alters her keine Illusionen gemacht. Der sarkastische Spott ist Legion. Von wegen Haushälterin *augenzwinker*. Gleichwohl sind die Missbrauchsfälle der I-Punkt. Eine Steigerung der Abartigkeit der Sexualmoral der katholischen Kirche. Denn nur diese Fördert direkt und indirekt dieses Fehlverhalten im Verborgenen.

Schlimmer jedoch ist das Verhalten und der Umgang der Kirche mit dem Missbrauch. Die fast schon hektische Betriebsamkeit in der Aufarbeitung heute täuscht nicht darüber hinweg dass es kein Vertrauen mehr in die Kirchenpolitik gibt.

Dazu kommt die Rückständigkeit in moralischen und ethischen Dingen. Sicher muss man nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen und jede Mode mitmachen. Eine feste moralische, ethische Instanz ist in dem hektischen Wandel, in dem sich die Welt befindet, für viele Menschen ein notwendiger Halt. Aber die Antworten, die die katholische Kirche auf Fragen zur Sexualhygiene (AIDS und Co), Empfängnisverhütung oder auch Ehe usw. bietet, sind nicht für die moderne Gesellschaft geeignet. Und das schwingt sicher bei der Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, unterschwellig mit.

Die katholische Kirche hat ihre Kompetenz als moralische Instanz weitgehend verspielt. Und der Gläubige merkt das.

Missbrauch: Deutsche kehren der Kirche den Rücken - Politik - DerWesten

Mittwoch, 24. Februar 2010

Rücktritt von Bischöfin Käßmann

Eigentlich war es zu erwarten. Nach ihrer Alkfahrt durch Hannover war es wohl eine zwingende Konsequenz. Immerhin, da über 1,1 0/00, eine Straftat.

Wahrscheinlich war alles zu viel für Käßmann. Nicht nur, dass sie als Bischöfin Widerstände erfahren musste, waren sicherlich private Rückschläge wie die Scheidung oder ihre Brustkrebserkrankung auch nicht zum Besten. Insbesondere, da ihr die Scheidung in dem kirchlichen Amt vorgeworfen wurde.

Noch härter war der Gegenwind als sie vor 4 Monaten quasi die oberste evangelische Bischöfin wurde. Nicht nur, dass einige Probleme damit hatten, dass eine Frau diese Position inne hat, sondern ihr Lebenslauf wurde ihr auch zum Vorwurf gemacht.

Gleichwohl bemühte sie sich um Profil – und schoss etwas übers Ziel hinaus. Vermutlich war der Gegenwind und der Druck ein wenig zu viel – insofern ist ihre Entscheidung, ihre Ämter aufzugeben, wohl die richtige.

Rücktritt von Bischöfin Käßmann: Im Zweifel für die Geradlinigkeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama