Montag, 22. Februar 2010

Rüttgers-Club: Rent a MP oder…

… wer mit dem Finger auf einen zeigt sollte wissen, dass drei auf einen selbst zeigen.

So unüblich soll es ja nicht sein, dass Parteien sich sponsern lassen. Auch die Parteitage, die Unsummen kosten, müssen finanziert werden. Und ähnliche Ideen wie die CDU NRW haben die anderen Parteien schon längst. Einmalig ist wohl aber, dass man sich Redezeit mit einem Minister(präsidenten) kaufen kann..bzw. konnte. Das hat leicht ein Geschmack von Käuflichkeit. So etwas kann sich nur die FDP leisten, nicht aber eine CDU. Immerhin mit einem “C” im Namen.

Bauernopfer ist natürlich der Generalsekretär Hendrik Wüst – immerhin trägt er in dieser Funktion die Verantwortung und ist nicht das erste Mal aufgefallen. Aber dass ausgerechnet der Parteichef und MP Rüttgers nichts wusste?! Politikerdemenz oder ist der Mann so blauäugig?

Nichts desto Trotz – da in Düsseldorf sitzen alle im Glashaus. Und sollten mal kleine Brötchen backen. Ungesponsert.

Sponsoring-Affäre: Rüttgers immer stärker unter Beschuss (Focus)

Montag, 25. Januar 2010

Gekommen um zu gehen

48 bin ich nun. Im Umkehrschluss also 84, macht unter dem Strich also 36. Dafür sehe ich alt aus und beantrage jetzt einen Rollator.

Man könnte es ja unter dem Motto sehen, dass wir aus der Ewigkeit gerissen wurden um die Sterblichkeit auszukosten. Ob das Leben wirklich ein Geschenk ist stellt sich meist am Ende raus. Und durch unzählige Untergangspropheten wissen wir: Das Ende ist nah. Immer und überall.

Schon zu oft wähnte ich mich am Ende. Wär hätte vor 30 Jahren allein gedacht dass ich da stehen werde wo ich heute stehe? Ich am wenigsten. Als meine Kinder mir heute morgen zum Geburtstag gratulierte war ich entsprechend gerührt. Wie jedes Jahr, in dem sie mir gratulierten. Und meist etwas Selbst gemachtes schenkten. Früher, als sie noch klein waren.

Vor 30 Jahren wollte ich keine Kinder; Familie gar. Allein weil ich Angst hatte so wie meine “Eltern” meinen Lebensfrust an sie auszulassen. Meine eigene verkorkste Kindheit wollte ich nicht an eigene Kinder übertragen – wie es ja meist passiert. Heute sind Daniel und Alina das größte Geschenk dass ich je bekommen habe. Und gewaltfrei erzogen richtig tolle Menschen geworden. Dazu eine Frau, die mich liebt und auch mit mir durch alle Tiefen gegangen ist.

Was also will ich mehr zum Geburtstag? Im alten Rom wäre ich ein alter weiser Mann gewesen. So bin ich halt nur ein alternder Sack.

Montag, 11. Januar 2010

Kulturlandschaft Ruhr

Die Eröffungsfeier suggerierte sehr hautnah, was das Ruhrgebiet ausmachen soll: Stahlhart mit Herz. Trotz Unwetterwarnung und Minustemperaturen wurde die Feier durchgezogen. Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt.

Im Prinzip bestand Kultur im Ruhrgebiet aus der Pflege der Pilskultur; ein gutes Pils braucht sieben Minuten und zischt nach der Schicht erst so richtig. Was natürlich Unsinn ist. Aber das Ruhrgebiet ist in der Wahrnehmung eher Malocherrevier denn Kulturregion. Ruhr 2010 soll das ändern. Denn das Ruhrgebiet bietet schon vielfältiges. Vom hochkarätigen Kabarett über dem Arbeitertheater bis hin zur Oper bietet das Revier auch viel Subkultur.

Aber was ist dieses Ruhrgebiet? Sind es die 53 Städte, die sich als “Local Heroes” über das Jahr verteilt präsentieren? Ist es ein flüchtiger Gedanke? Ist es tatsächlich die Region zwischen Kamp-Lintfort und Dortmund, von Hagen bis Recklinghausen?

Der Kreis Wesel hatte schon Probleme sich zum RVR (Regionalverband Ruhr) zu bekennen. Duisburg sieht sich inzwischen weniger als Stadt Montan denn als City of Trade. Würde eher in einer Rheinschiene mit den Häfen von Krefeld, Düsseldorf und Köln kooperieren. Die umliegenden Kreise wie eben Kreis Wesel und Recklinghausen sähen sich auch im Bereich Niederrhein bzw. Münsterland zu Hause. Und Gelsenkirchen und Dortmund geht ja nunmal gar nicht - zumindest im Fußball.

Nun hat das Land NRW eben die Regionalplanung für das Ruhrgebiet von den zuständigen Bezirksregierungen auf den RVR übertragen. Damit ist schon klarer umrissen, was man unter Ruhrgebiet versteht - oder verstehen will. Nächster Schritt wäre dann also die Neueinteilung in entsprechende Verwaltungsbezirke mit einer Art Bezirksregierung Ruhrgebiet und zwei weiteren in Westfalen und Rheinland. Und dabei liegt das Ruhrgebiet in beiden Regionen. Nun, der Gedanke liegt eher auf Eis - aber die Idee, eine Ruhrstadt zu gründen, geistert auch noch herum.

Das Ruhrgebiet ist durch Stahlkocherei und Steinkohleabbau erst das gworden was es heite ist: ein riesiger Moloch. Aus den kleinen Bauerndörfern und den Handelsstädten an Rhein und Ruhr wurde ein von Schwerindustrie geprägtes Gebiet, dass in seiner Infrastruktur entsprechend angepasst war. Die Probleme kamen dann auch mit dem Strukturwandel durch das Ende der Kohleförderung und dem Niedergang der Stahlindustrie.

Bei dem allem gab es nie eine übergeordnete Identifizierung der dort lebenden Menschen mit dem “Pott”. Erst seit den 1980er Jahren mit Identität stiftenden Filmen von Winkelmann wie “Die Abfahrer” oder die “Theo”-Filme mit Westernhagen (der mit dem Ruhrgebiet als Düsseldorfer eigentlich gar nix zu tun hat) oder auch die “Schimanski”-Tatorte mit Götz George zeigten den Menschen dass es ein Ruhrgebiet gibt. Ließen sie sich als “Ruhrie” fühlen. Dazu kam immer mehr Kabarett, dass die Lebensweise des Ruhrgebietsmenschen in den Mittelpunkt stellten (Affentheater, Misfits usw).

Dennoch: Das Ruhrgebiet blieb, und wird wohl absehbar bleiben, eine Ansammlung eignständiger- und sinniger Städte und Dörfer, die nur schwer zu Einander finden. Da wird auch die Kulturhauptstadt nicht drüber weg täuschen. Dennoch macht Ruhr 2010 Appetit auf das Ruhrgebiet. Und vielleicht findet die Region ja doch noch zu einer eigenen Identität.

Link: Ruhr 2010

Sonntag, 3. Januar 2010

So war’s wirklich

Der “Rheinische Merkur”, eine eher aus dem Katholizismus kommende wöchentliche Publikation, hat einen interessanten Rückblick auf ein bedeutendes Jahrzehnt veröffentlicht.

Nicht, dass vorangegangene Jahrzehnte nicht bedeutend gewesen wären – aber in der Tat gab es gewaltige Umwälzungen. Das Ende des Kommunismus und der Siegeszug des Kapitalismus ab 1989 bedeutete mehr Elend auf der Welt als zuvor. Am Ende des letzten Jahrzehnts zeigte sich dann, wie der Kapitalismus sich selbst verzehrt. Und die Zeugen Mammons zeigten sich irritiert.

Völlig verstörend war der Kriegszug radikaler Islamisten. Die Zerstörung des Wahrzeichens des Kapitalismus läutete ein Jahrzehnt unter dem Zeichen des Terrors ein. Begleitet von einer anderen Terrorart: Der Digitalisierung des Menschen. Unter dem Vorwand der Terrorabwehr wird der Mensch immer durchsichtiger.

Dabei ist man in der Lage, diesen so zu formen, wie man ihn will. Den die Gen-Technik ist dazu in der Lage – und was man machen kann wird man auch machen. Wenn es nicht schon passiert ist.

Und natürlich wird immer deutlicher, dass die Natur zurück schlägt. Der Klimawandel ist ein Thema geworden – mit vielen Fehlinformationen, die der Unwissenheit über Zusammenhänge geschuldet bleiben. Vielleicht merkt der Mensch, dass er nicht allmächtig ist.

Ein neues Jahrzehnt also beginnt. Und damit die Hoffnung, dass sich vieles positiv entwickelt. Eine Dekade ist für den Menschen eine lange Zeit. Ob er sie nutzt?

::merkur.de (Rheinischer Merkur): 2009_52.So war’s wirklic::

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Besinnliche Zeit

Ja, es ist schon wieder Weihnachten. Kommt überraschend, ich weiss. Aber, liebe Männer, hl. Abend ist meist noch bis 13 Uhr geöffnet – und Parfümerien und Schmuckgeschäfte sowie Süßwarengeschäfte haben Notpakete bereit stehen. Keine Sorge also.

Wie gut, dass ich schon alles habe. Trotzdem: Ist Weihnachten jetzt eine Erfindung des Einzelhandels oder doch eher ein religiöses Fest? Ich mein, wenn man sich gegenseitig eine Freude macht weil Gott uns auch was geschenkt hat, nämlich sich….. Naja, ich habe so meine Probleme mit diesem Fest. Ich sehe es als Gelegenheit, Ruhe in der Familie zu finden und zur Besinnung insgesamt.

Und es ist Zeit, sich auf das vergangene Jahr zu besinnen. Rückblicke allerorten. Nun, ist ja auch einiges passiert – wie jedes Jahr. Wenn nichts mehr passiert war Weltuntergang und es ist 2012. Neben privaten Verbesserungen und Stabilisierungen war 2009 insgesamt wirklich gut. Und ich habe es endlich geschafft, meine Blogs auf einen eigenen Content zu ziehen. Und wenig genutzt, weil ich zum einen Facebook entdeckt habe und zum anderen mein altes Laptop nicht mehr so konnte wie ich wollte. Jetzt, mit neuer Rechnerstärke, geht es auch hier weiter. In 2010.

Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Dienstag, 24. November 2009

Die im Dunkeln


Vorschlag für eine neue Kampagne, mit dem Sound von Rammstein: “Ohne Licht kannst du nicht sehen, ohne Licht; Ohne Sicht bist du verloren, ohne Sicht” nach der Melodei “Ohne Dich”. Kampagne: Nie Radfahren ohne Licht. Fällt mir immer öfter auf, dass Radfahrer ohne Licht durch die Dunkelheit fahren. Trotz Nabendynamo. Und werden kaum gesehen. Und jammern dann, wenn es sie erwischt - wenn sie dennn noch jammern können…

Das allertollste: diese Menschen tragen auch noch dunkle Kleidung. Und sind damit faktisch unsichtbar für andere Verkehrsteilnehmer, egal, ob Fußgänger, Autofahrer oder andere Radfahrer. Zur Krönung fahren sie dann auch noch auf dem Fußweg in die Gegenrichtung und ohne zu schauen biegen sie ab - quer über die Strasse. Mich wundert nicht, wenn es dann zu Unfällen kommt.

Durch i.d.R. rücksichtslose Fahrweise bringen diese Radfahrer alle “ordentlichen” in Verruf. Und sorgen irgendwann dafür, dass es Führerscheinpflicht für Radfahrer gibt. Un dich ärgere mich wieder sinnlos über diese ignoranten Radler. Naja, wäre mal eine schöne Idee für eine Kampagne. Die Polzei in Krefeld hat nach der Niederrheinausgabe der WAZ die Schnauze voll und teilt jugendlichen Radlern, die entsprechend radeln, mit, dass sie es Leid sind, sie von der Strasse zu kratzen und ihren Eltern zu sagen, dass die nächste Feier eine Beerdigung ist. Unterstützt von einschlägigen Fotos. Ob es was nutzt?

Montag, 9. November 2009

Und weg war sie

Und wieder ist der 9. November. Und wieder könnte ich die Dramatik dieses Datums für die Deutschen beschreiben. Aber warum eine Rammsau durchs Dorf treiben, das überlasse ich den Ramsauern.

Der 9. November 1989 ist ein Glücksfall der Geschichte. Nicht nur für die Deutschen. Denn endlich fiel das letzte Symbol einer unerträglichen Teilung der Welt, und nicht nur der Deutschen, in den Orkus der Geschichte. Während die Polen mit der Befreiung von einem menschenverachtenden System angefangen haben und, begünstigt durch die russische Perestroika, die anderen europäischen Ostblockstatten folgten, blieb die Nomenklatura in Ost-Berlin hartnäckig. Obwohl immr mehr DDR-Bürger über die sozialistischen Brüderstaaten flüchteten. Allein die Szene in der Prager Botschaft waren beeindruckend.

Doch die Geschichte holte auch diese Sturköpfe ein. Ende Oktober bis Mitte November 1989 überschlugen sich die Ereignisse, die letztendlich zum Fall der Mauer führten. Dank der Beharrlichkeit der ostdeutschen Bevölkerung. Und vielleicht auch, weil einige der Führung, die sich zu erneuern versuchte, hellsichtig genug waren, die Segel zu streichen und damit einen unblutigen Umsturz zu ermöglichen. Es hätte auch anders kommen können.

Jedenfalls weiss ich noch, wie ich im Radio die Meldung hörte, die Mauer ist auf. Und das meiner Frau sagte, die das nicht glauben wollte. Immerhin hatten wir ja auch Verwandschaft “drüben”. Und dann lief es uns bei den ersten Bildern aus Berlin eiskalt den Rücken runter. Zweimal hatte ich dieses Monstrum namens Berliner Mauer live erlebt. Und nie akzeptiert, dass es so etwas gibt. Und nun das. Dabei war mir wurscht, ob es ein oder zwei deutsche Staaten geben würde.
Und von heute aus zurück geblickt: Die folgende Einheit verlief vielleicht nicht reibungslos, wurde teuer. Aber sie ist gelungen. Und sie normalisiert sich weiter. Und dass macht den 9. November 1989 doch positiv.

Freitag, 6. November 2009

Verdammte dieser Erde

Kaum denke ich es geht voran, schon geht es bergab. Wie immer. Opel schien gerettet - schon funkt die erholte GM dazwischen. Sicher, Magna hätte Stellen gestrichen, Werke geschlossen, Insolvenz angemeldet. Aber bei GM wir es wohl eine Insolvenz geben, Stellen gestrichen und Werke geschlosssen. Und die Politik steht daneben und staunt nur. Ach, die meinen dass alles ernst?! Ist doch kein Spiel? Doch, aber ein ernstes Spiel. Und die Amis können besser bluffen. Und wo man Geld rausziehen kann, da wird auch rausgezogen.

Dafür ist der Krieg in Afghanistan endlich ein Krieg. Was er vorher nicht sein durfte. von Guttenberg richtet es schon. Und die Bombardierung afghanischer Zivilisten wird da als Kollataralschaden abgenickt. Im Krieg passiert so was schon mal. Da sind uns die Amis auch weit voraus.

Und die Schweinegrippe…Gut, eine Vögelgrippe wäre mir auch lieber. Aber komisch ist es schon, dass, wo der Impfstoff da ist, sich keiner impfen lassen will und plötzlich Erkrankungs und Todesfallraten explodieren. Man könnte ja eine Verschwörungstheorie aufstellen - aber ich denke, dass Impfmittel ist bestellt und muss jetzt weg.Ohne mich. Imfpungen sehe ich immer mit gemischten Gefühlen entgegen.

Und immer öfter läuft irgendwer Amok. Sogar Psychologen schließen sich an. Im aktuellen Fall glücklicher Weise ein Muslim - da lassen sich dann wenigsten Vorurteile pflegen. Wobei man sagen muss: Als Einzelgänger hat er effektiver gearbeitet als so manch Sprengstoffgürtel-Fetischist.Jedenfalls wundere ich mich nicht mehr, dass Filme wie Emmerichs “2012″ Kassenknüller werden - man erwartet die Katastrophe sehnsüchtig und bereitet sich vor. Und richtig: Die Menschheit scheint das Krebsgeschwür der Erde zu sein - nur eine Totaloperation kann sie retten.

So, jetzt habe ich meine Herbstdepression rausgelassen. Fühle mich gleich viel schlechter.

Samstag, 3. Oktober 2009

Blühende Landschaften

Blühende Landschaften hat uns damals Helmut Kohl, Bunnzkanzler der Wiedervereinigung, versprochen. Also blühend im Osten des Landes. Neufünfländer. Drüben , eben.

Wort gehalten hat er nicht, jedenfalls nicht so wie gehofft. Deswegen war u.a. ja 1998 Schluss. Geblieben sind der Soli und die Gemeindeumlagen, die Ost-Städte unterstützen. Die haben inzwischen perfekt ausgebaute Strassen. Gefühlt ist jeder unbedeutende Feldweg asphaltiert, zweisspurig mit Radwegen an beiden Seiten…. während Weststädte Kredite für die Finanzierung der Umlage aufnehmen müssen. Und die Städte verkommen.

Wie auch immer. Tatsächlich ist zusammengewuchert was zusammenwachsen sollte. Alles in allem ist die deutsche Einheit recht ordentlich über die Bühne gegangen. Immerhin beispiellos in der Weltgeschichte. Was mit dem Mauerfall vor knapp 20 Jahren begonnen hat führte zwei unterschiedliche Gesellschaftformen zusammen. Na, eher eine Aufgabe des einen zu gunsten des anderen. Der Sieg des Kapitalismus zeigt sich immer deutlicher.

Gleichwohl: uns geht es gut in Deutschland. Wir schlagen uns mit Problemen herum um die uns andere beneiden. Ist doch alles normalisiert. Sogar unsere Kanzlerin kommt von drüben. Und den gesellschaftlichen Umbruch kriegen wir auch noch hin.