Donnerstag, 17. März 2011
Tanz den Apokalypso
Donnerstag, 3. März 2011
Über den Guttenberg und in de Maizière
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748598,00.html
Sonntag, 27. Februar 2011
Guttenbergsche Unschärfereaktion
Das Thema der letzten Wochen war neben den Revolutionen in Nordafrika die Dissertation von Karl Theodor von und zu Xerox und Guttenberg. Besser: Die Reaktion des Freiherrn auf die Aufdeckung seines…ja, Betruges.
Nach der Erhärtung des Plagiatsvorwurfs hat Guttenberg seine Dissertation gelesen und festgestellt, dass er viel Dummes fabriziert hat und verzichtet auf den Doktortitel – der ihm von der Uni Bayreuth ohnehin entzogen wurde. Gelesen hat Guttenberg seine Dissertation höchstwahrscheinlich das erste Mal. Oder er hat sie selbst zusammenkopiert. Ich vermute, dass er sie hat schreiben lassen.
Nun gut. An seiner Stelle wäre ich abgetaucht. Als Minister zurücktreten, Gras über die Sache wachsen lassen und in 5 Jahren wieder aus der Versenkung auftauchen. Aber Bundeskanzlerin Merkel hält zu ihm, braucht ihn und seine unverständliche Beliebtheit ihm Volk. Hat ihn aber jetzt handzahm und sicher willig, so zu handeln wie sie es will.
Sein Anspruch auf moralisches Handeln, ethischen Anspruch, Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit hat er verspielt. Er ist nicht die Lichtgestalt, die viele in ihm gesehen haben, nicht der Messias der Politik. Seine Reaktion auf die Plagiat-Affäre, sein Weg zur Doktorarbeit – all das disqualifiziert ihn. Aber anscheinend nicht als Politiker.
Guttenberg-Affäre: Akademiker werfen Merkel "Verhöhnung" vor | RP ONLINE
Donnerstag, 10. Februar 2011
Hartz IV und Politikposse
Dass die Verhandlung zur Neuberechnung, na, Neuausrichtung, vom ALG2 gescheitert sind heißt nicht wirklich viel. Es kann trotzdem durch Bundestag, Bundesrat gehen. Je nach Tagesform der Abgeordneten. Möchte man meinen. Zudem, sollte sich da auch weiterhin nichts tun, kann man als Hartz IV-Empfänger natürlich auch per Gericht eine Entscheidung erzwingen. Und die Regierungskoalition wird belegen, dass sie alles getan hat um…. Und die Opposition genau das Gegenteil.
Und das ist die eigentliche Posse. Die SPD hat Hartz IV quasi als Neuaufstellung der Sozialgesetze ins Leben gerufen. Zusammenlegen der Sozialbezüge, bessere Kostenkontrolle, gerechtere Sozialleistungsverteilung, die Menschen in Arbeit bringen – einige der gut gemeinten Ideen, die dahinter steckten. Gut gemeint ist aber in der Regel schlecht gemacht – und das merkte man recht schnell. Wirkliche Nachbesserungen ließen allerdings auch unter Schwarz-Rot auf sich warten. Die Nachbesserungen forderte dann letztendlich das Bundesverfassungsgericht – allerdings nur in Form einer Neuberechnung. Was nicht automatisch mehr Geld oder erweiterte Leistungen, wie das Bildungspaket, bedeuten muss.
Die CDU, die schon aus Prinzip gegen Hartz IV war, musste sich also um eine Verbesserung kümmern – mit einem zutiefst verunsicherten Partner an der Seite. Was heraus kam war schon eine Kompromisslösung. Eine kleine Erhöhung durch Neuberechnung und ein Bildungspaket. Das Paket scheiterte im Bundesrat, dank der Rot-Grünen Regierung in NRW. Der CDU fehlte quasi eine Stimme. Wobei mal wieder die Länder weniger ihre Interessen sondern die der Bundesregierung bzw. der Opposition vertreten.
Im Vermittlungsausschuss bekriegen sich dann zwei Frauen, so hat man den Eindruck. Wobei Ministerin von der Leyen durchdrungen schien, sich ihr Gesetz nicht kaputtmachen zu lassen und gleichzeitig auch Rücksicht auf die Liberalen nehmen zu müssen. Und ihre Kontrahentin Manuela Schwesig hat im Prinzip eine SPD im Rücken, die verlorenes Terrain zurückerobern will. Beide scheinen getrieben von den Vorgaben ihrer Vorsitzenden, die sich selber aufs tiefste zu verachten scheinen. So wurde vordergründig immer weiter draufgesattelt bis Mutti Merkel der Kragen platzte. Und damit ist die Posse vollkommen.
Der Eindruck ist übel. Denn es zeigt eine eher handlungsunfähige Regierung und eine sich verweigernde Opposition. Anstatt Politik für die Bürger zu machen werden anscheinend Empfindlichkeiten bedient.
Viel erwartet hat man doch ohnehin nicht. Das Regierungspaket war durchaus brauchbar – vielleicht durch einige Dinge ergänzt, die von der Opposition vorgeschlagen werden. Das hätte die Vorgabe der Verfassungsgerichtes sicher entsprochen. Damit wäre auch etwas Zeit gewonnen, die Leistungsempfänger erst mal bedient. Und dann hätte man mit einem Ausschuss oder Arbeitsgruppe das Sozialsystem in Angriff nehmen können und auf eine breite Mehrheit stellen können. Wobei man nicht jede Maximalforderung auch durchsetzen muss. Sondern mal pragmatisch an die Sache rangeht.
Wichtig ist sicher, dass die Leistungsempfänger sicher planen können, damit Lebensunterhalt und Wohnung gesichert sind. Für den sozialen Frieden wichtig ist auch, dass Geringverdiener nicht weniger als ALG2 verdienen bzw. der Abstand groß genug ist. Wenn eine vierköpfige Familie im ALG2 rund 1200 € hat plus Miete dann entspricht das schon dem, was eine Verkäuferin in Vollzeit netto verdient. Insofern sind da Problemlagen die man lösen muss. Genau, wie eben eine Förderung im Bildungssystem – auch als Maßnahme, aus dem Sozialhilfekreislauf heraus zu kommen. Sprich: Qualifikation schützt vor geringem Einkommen. Grob gesagt.
Das, was die Politik in Augenblick liefert, ist aber nicht grade Mut machend. Vielleicht sollten die beteiligten Parteien mal einen Schritt zurücktreten und mal verinnerlichen, was sie da veranstalten und was vernünftig wäre. Ideologische, vor allem vorgeschobene, Grabenkämpfe kann man sich nicht mehr erlauben.
Der lange Weg zur politischen Einigung: Wie es mit Hartz IV nun weitergeht | RP ONLINE
Donnerstag, 3. Februar 2011
Mirco und die Anderen
Heute ist es 5 Monate her, dass Mirco aus Grefrath verschwunden ist und, wie man heute weiß, getötet wurde. Heute war auch die Trauerfeier in Grefrath – unter Anteilnahme vieler Menschen, die mitgelitten haben.
Oft höre ich, das ich ein Zyniker bin. Sicher, ganz von der Hand zu weisen ist dass nicht. Das ist bei meinem Lebenslauf durchaus möglich, dass ich dem Leben so begegne. Andererseits wurde mir auch schon gesagt, dass ich für einen Zyniker ein zu gutes Herz hätte. Was mich auch verblüfft – halte ich mich doch durchaus eher für einen Misanthropen. Andererseits: wenn es um Kinder geht und um Missbrauch und Tötung werde ich schon arg emotional.
Zum einen sicher ein Resultat eigenen Erlebens. Und ganz sicher auch ein Ergebnis dessen, was ich im Kinderheim bzw. Jugendwohnheim so mitbekommen habe. Wenn ein Vater seine Tochter missbraucht und auf den Strich schickt. Obwohl sie erst 13 ist. Wenn sich der Vater an seinen Sohn vergeht. Und viele andere Beispiele. Deswegen geht es mir an die Nieren, wenn ich immer wieder über solche Fälle lese und höre. Zu plastisch kann ich mir vorstellen, was es für die Kinder bedeutet.
Seit ich selber Vater bin; wovor ich mich lange gescheut habe aus Angst, so zu werden wie meine Eltern; verstehe ich auch die Ängste der Eltern, deren Kinder verschwinden, vergewaltigt und getötet werden. Und leide mit. Zuletzt mit der Mutter von Mirco, als sie sich an den Entführer, ja, Mörder ihres Sohnes wandte. Und wenn man dann noch den Grund für diese Tat hört steigt die Wut.
Zum einen eine Wut, dass es möglich ist, dass Sexualstraftäter frei kommen und wieder zuschlagen. Grade erst die Talkshow von Markus Lanz, die ich sonst nicht anschaue, mit u.a. Till Schweiger im Netz angeschaut. Da ging es um dieses Thema und Schweiger als auch Arnim Rohde gingen, populistisch anmutend, schon so weit, diesen Tätern quasi ihr Menschenrecht abzusprechen. Nicht ganz zu Unrecht, wie ich finde. Denn zu therapieren sind diese Täter nicht. was auch immer Psychologen da schwafeln. Wie der anwesende Psychologe, der sich lobenswerter Weise für Opfer einsetzt, anmerkte, muss eher präventiv gehandelt werden. Schon in der Erziehung. Dennoch: Ist das Kind schon im Brunnen gefallen….
Zum anderen aber: Die Täter sind, wie bei Mirco, weder pädophil noch sonst wie in Erscheinung getreten. Und töten die Kinder wegen der Machtgefühle, um Frust abzubauen. Und da kommt neben Wut auch so ein Unverständnis hoch. Und grade erst recht, wenn diese Täter auch noch liebevolle Familienväter sind. Und durch ihre Tat ja nicht nur die Familie des Opfers sondern auch ihre eigene zerstören.
Erschreckend ist, dass so etwas dann eben nicht im Vorfeld zu verhindern ist. Völlig ohne Auffälligkeiten in der Vorgeschichte leben diese Menschen nach der Tat völlig unauffällig weiter. Bis es wieder knallt. Und da nutzt letztendlich auch kein strengeres Gesetz oder der Entzug der Menschenrechte. Irgendwie fühlt man sich dem hilflos ausgeliefert. Weil letztendlich der nächste Täter der nette Nachbar um die Ecke sein kann. Oder man selbst?
Bewundernswert ist jedenfalls die Haltung der Eltern von Mirco, die stark von ihrem Glauben getragen werden. Ob es wirklich trägt wird sich sicher noch zeigen. In der Sendung vom Lanz war die Mutter eines getöteten Jungen, Felix, die ein Buch geschrieben hat und insgesamt sehr deutlich darstellte, wie die Tat das Leben der Familie zerstört. Aber es wurde ein Weg gefunden, damit umzugehen. Nicht jeder hat so eine Kraft, egal, ob “von oben” oder aus sich heraus.
Ich selber weiß nicht, und will es nicht wissen, wie ich in dieser Situation reagieren würde.
Grefrath: Bewegender Abschied: "Ruhe in Frieden Mirco" | RP ONLINE
Samstag, 15. Januar 2011
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie wird 10
Herzlichen Glückwunsch dazu. Und die restlichen, doch sehr teuer zu erkaufenden, Enzyklopädien werden es verfluchen. Denn diese, in der Regel sehr seriös gemachten, Nachschlagewerke sind so gut wie nicht mehr gefragt. Selbst Versuche von Microsoft sind, halbherzig gemacht, gescheitert.
Anfangs habe ich die, doch sehr dürftige, deutsche Version von Wikipedia skeptisch betrachtet, später auch intensiv genutzt und sehr kurzzeitig auch mal geschrieben bzw. korrigiert. Aber zum einen fehlt die Zeit, zum anderen ein spezielles Wissen, dass man belegt einbringen könnte. Auch wenn Wikipedia vom mitmachen der User lebt so steht und fällt es auch mit der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Schreiber. Und meine anfängliche Skepsis ist eine dauerhafte geworden. Vor allem Beiträge über Musiker, Schauspieler, Künstler sind oftmals vom Fangeschwärme geprägt – ebenso das Profil von Politikern von deren Mitarbeitern verfasst worden zu sein scheint. Städte- und Länderinformationen sind dem Gefühl nach von den jeweiligen Presse- und Öffentlichkeitsmitarbeitern gemacht und bei kirchlichen und historischen Themen sollte man auch Vorsicht walten lassen. Und bei medizynischen Themen muss man schon mal grübeln, ob da wirklich fachkundiges Personal geschrieben hat oder irgendwelche Esoteriker.
Und da kommt doch das Gute an Wikipedia zum Vorschein – das Wissen der Welt wird nicht nur miteinander geteilt – es wird auch miteinander kontrolliert. Und das macht unterm Strich tatsächlich eine wertvolle Wissensquelle aus Wikipedia. Ich möchte es nicht mehr missen. Auch wenn ich die Beiträge mit einer gewissen Skepsis lese. Also:
Alles Gute für die nächsten 10 Jahre Wikipedia.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Pläne für dieses Jahr
Sonntag, 2. Januar 2011
Das war es – auf geht’s
Jetzt ist das neue Jahr schon zwei Tage alt. Und im Prinzip zeichnet sich ab, dass es genau so spannend und langweilig und aufregend wird wie das vergangene Jahr. Man nimmt sich vor, was zu ändern, in Angriff zu nehmen oder zu beenden. Nur, um einige Zeit später alles auf “wie immer” zu drehen.
Fest steht, dass das neue Jahr teurer wird. So, wie das alte zuvor auch schon. Das sich Regeln ändern. Wie auch schon zuvor. Menschen werden gehen, andere kommen. Wie schon zuvor. Es gibt nichts Neues unter der Sonne, sagt Kohelet, der Prediger des Alten Testaments. Alles nur Haschen nach dem Wind, nichts mit Bestand; vulgo: sinnlos. Die ganze Existenz. Vergebens. Alles.
Diese positive Sichtweise mag nicht jeder teilen. Letztendlich ist doch das Leben dass, was man daraus macht. Sich Ziele setzt. Kohelet sieht die Sinnlosigkeit wenn nicht alles aus Gott und zu ihm kommt. Damit relativiert sich diese scheinbar negative Sichtweise und bietet eine Lösung an. Die nicht jedem gefällt oder es glauben mag. Gleichwohl: Der Mensch hetzt sich ab auf der Suche nach Glück und Erfüllung – und gewinnt dabei nichts.
Im letzten Jahr habe ich damit angefangen, mein Leben zu entschleunigen. Die Jahre zuvor, im Prinzip seit 1982, habe ich mich vom Stand null ohne jeglichen Besitz außer die Kleidung, die ich am Leibe trug (und ein wenig im Rucksack) zu einem Familienvater mit einem gutbezahlten, sicheren Job entwickelt. Ein harter Weg, der durch meine Kindheitserfahrungen geprägt war und viel Kraft kostete. Eine schwere Erkrankung bremste mich vor gut 5 Jahren aus und ließ mich nachdenklich, ja, schon depressiv werden. Und so kam ich darauf, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und lebe mehr. Es tut gut. Das werde ich im neuen Jahr weiter ausbauen und Ballast abwerfen.
Das was ich aber nicht mache, ist zu verachten was ich erreicht habe. Mit der Historie grenzt es schon an ein Wunder, dass ich das geschafft habe. Dennoch: auch das ist vergänglich. Das streben nach Glück und Zufriedenheit ist auch nur – Haschen nach Wind.
Freitag, 24. Dezember 2010
Besinnlichlosigkeit
Also ist es wieder so weit. Weihnacht. In der vorweihnachtlichen Zeit merkte man es deutlich: Je näher Weihnacht rückte desto aggressiver die Menschen. Was sich vor allem im täglichen Einkauf bemerkbar machte. Und welch’ Wahnsinns Hatz Menschen Jagd auf Beute, vulgo: Geschenke, machten. Und das scheint ja Sinn des Festes zu sein: Geschenke. Die Hochzeit des Kommerz, mag man meinen. Ob irgendwer noch den wahren Sinn von Weihnacht kennt?
Nun gut. Immer weniger Menschen in diesem Land haben mit dem Christentum was am Kopf. Dennoch: Eigentlich wird ja gedacht der Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth. Das größte Geschenk überhaupt. Insofern mag das gegenseitige Schenken als Wertschätzung ja seinen Sinn haben. Aber steckt nicht etwas mehr dahinter? Nämlich “Liebe”? Nennt man das Weihnachtsfest doch auch das Fest der Liebe. Und wäre damit nicht schon erklärt, worauf es tatsächlich ankommt?
Wie auch immer. Mir kamen die Menschen in der Mehrheit so vor als würde das Beschenken nur eine Pflichtübung sein. Und nicht liebevoll ausgesucht. Und vielleicht auch daher der Stress und die daraus resultierende Aggression. Mal ein paar Gänge zurückschalten, relaxen und mehr Gemeinschaft. Wäre doch mal was.
Allen eine besinnliche Weihnacht.