Sonntag, 24. Juli 2011
Gerechtigkeit und das Leben
Donnerstag, 2. Juni 2011
Provinzposse
Dienstag, 31. Mai 2011
Skandal-Verfahren
Nun ist es zu Ende, eines der Aufsehen erregenden Strafverfahren der Bundesrepublik. Freispruch für den TV-Moderator Kachelmann. Kein Freispruch zweiter Klasse, einfach Freispruch. “In dubio pro reo” – und Zweifel sind mehr als angebracht.
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. es ist viel, zu viel an Privatleben Kachelmanns an die Öffentlichkeit gedrungen; eine Vorverurteilung ohne Gleichen. Die berufliche Karriere des bis dahin sehr beliebten Moderators dürfte unabhängig vom Freispruch erledigt sein.
Dabei war der Tatvorwurf schon ein schwerer. Vergewaltigung. Sicher nicht einfach für die Ermittler grade bei Prominenten Beschuldigten die Wahrheit zu ermitteln. Insbesondere, wenn das (vermeintliche) Opfer zumindest den Tathergang ausschmückt – oder gar erfindet. Hier wissen die Wahrheit nur die beiden Beteiligten. Sofern es zwei waren.
Nun bin ich der letzte, der eine harte Bestrafung für solche Täter verweigern würde. Aber wir leben in einem Rechtsstaat und daher gilt auch eine Unschuldsvermutung. Und die wurde völlig außer Acht gelassen. Mit Ruhm bekleckert hat sich hier keiner. Auch nicht die Verteidigung Kachelmanns, die direkt nach der Urteilsverkündung harte Töne anschlug. Und die Reaktionen, siehe verlinkten Zeitungsartikel, über das Urteil sind auch eher beschämend. Soll man also auch Leute, in der Regel ja anscheinend Untermenschen namens Männer sind, also auch bei wahrscheinlicher Unschuld oder grundsätzlich, wenn sie der Vergewaltigung angeklagt werden, verurteilen, damit die Signalwirkung nicht fatal ist?! Nun denn.
Reaktionen zum Kachelmann-Urteil: "Fatale Signalwirkung" | RP ONLINE
Freitag, 27. Mai 2011
Monatsdossier
Donnerstag, 28. April 2011
Ja ist es denn….
….schon wieder soweit? in den letzten Wochen scheint ja die ganze Welt unterzugehen oder wahlweise nur die Menschheit. Wichtig ist, dass da irgend so ein Monarchensprössling heiratet und das Schalke, bzw. Neuer 04 irgendwie irgendwas gewinnen kann und Dortmund Meister wird. Und den einen Rebellen hilft man gegen einen Diktator, den anderen nicht – und mit Öl hat das ganz sicher nichts zu tun. Auch wenn man gar nicht weiß, wem man da hilft oder auch nicht. Und irgendwie ist man nicht so ganz dafür, Embryonen genetisch zu testen, aber wahlweise ist Spätabtreibung erlaubt, um das Schlimmste zu verhindern, was mit PID effektiver ginge.
Irgendwie könnte man meinen, dass die Welt bekloppt geworden ist – wenn sie es nicht schon immer war.
Atomkraft ist sicher – nicht ungefährlich. Das man die Meiler betreibt ohne für eine sichere Endlagerung zu sorgen ist schon skandalös. Der Betrieb birgt, siehe Tschernobyl und Fukushima, erheblich Risiken. Wobei es ohnehin keine 100%ige Sicherheit geben kann. Gleichwohl: Der Ausstieg ist in Deutschland sehr wohl beschlossen, wenn auch nach hinten verlagert. Von beiden Seiten wird viel Mist erzählt – man muss sich die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte suchen. Was sauer aufstößt: Die Kraftwerkskatastrophe in Fukushima wird in den Vordergrund gestellt. Dabei sind bei der eigentlichen Katastrophe Erdbeben und Tsunami mehr Menschen umgekommen, mehr zerstört worden als es bei dem Atomdesaster je geben wird. Und aktuell ist es anscheinend schlimmer, was an Umsatzeinbußen hingenommen werden muss…
In Ägypten etabliert sich nach Mubarak wohl eine Militärdiktatur. So viel zum “demokratischen” Aufstand in der arabischen Welt, der ja immer weitere Kreise zieht. In Libyen wird den Aufständischen geholfen, in Syrien nicht. Was nicht verwundert, da es in Syrien auch kein Erdöl gibt, was man sich sichern will. Wen man da in Libyen unterstützt weis man auch nicht so genau. Geborene Demokraten sicher nicht. Diese Politikform ist im Arabischen nicht bekannt.
Mehr am Rande findet eine fundamentale Diskussion statt – ob PID erlaubt sein soll und in welchem Umfang. Sicher nicht leicht, die Entscheidung. Berührt sie doch wirklich, ja, fundamentale Werte des Menschlichen. Kann man anhand einer genetischen Untersuchung wirklich eine Auslese betreiben? Oder kann diese Auslese zur Not durch Spätabtreibung stattfinden? Falls sich herausstellt, dass das ungeborene Kind doch einen Gendefekt hat. Irgendwie krank, diese Diskussion.
Wie gut, dass es da Ablenkung gibt. Und wenn es die Hochzeit eines englischen, nein, britischen Thronfolgers ist. Die Hysterie werde ich nicht nachvollziehen können – oder auch nur wollen. Aber selig sind die im Geiste armen… Hauptsache, die Hochzeitsreise führt nicht durch die Pariser Tunnelwelt.
Dienstag, 12. April 2011
Donnerstag, 17. März 2011
Tanz den Apokalypso
Donnerstag, 3. März 2011
Über den Guttenberg und in de Maizière
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,748598,00.html
Sonntag, 27. Februar 2011
Guttenbergsche Unschärfereaktion
Das Thema der letzten Wochen war neben den Revolutionen in Nordafrika die Dissertation von Karl Theodor von und zu Xerox und Guttenberg. Besser: Die Reaktion des Freiherrn auf die Aufdeckung seines…ja, Betruges.
Nach der Erhärtung des Plagiatsvorwurfs hat Guttenberg seine Dissertation gelesen und festgestellt, dass er viel Dummes fabriziert hat und verzichtet auf den Doktortitel – der ihm von der Uni Bayreuth ohnehin entzogen wurde. Gelesen hat Guttenberg seine Dissertation höchstwahrscheinlich das erste Mal. Oder er hat sie selbst zusammenkopiert. Ich vermute, dass er sie hat schreiben lassen.
Nun gut. An seiner Stelle wäre ich abgetaucht. Als Minister zurücktreten, Gras über die Sache wachsen lassen und in 5 Jahren wieder aus der Versenkung auftauchen. Aber Bundeskanzlerin Merkel hält zu ihm, braucht ihn und seine unverständliche Beliebtheit ihm Volk. Hat ihn aber jetzt handzahm und sicher willig, so zu handeln wie sie es will.
Sein Anspruch auf moralisches Handeln, ethischen Anspruch, Aufrichtigkeit und Gradlinigkeit hat er verspielt. Er ist nicht die Lichtgestalt, die viele in ihm gesehen haben, nicht der Messias der Politik. Seine Reaktion auf die Plagiat-Affäre, sein Weg zur Doktorarbeit – all das disqualifiziert ihn. Aber anscheinend nicht als Politiker.
Guttenberg-Affäre: Akademiker werfen Merkel "Verhöhnung" vor | RP ONLINE
Donnerstag, 10. Februar 2011
Hartz IV und Politikposse
Dass die Verhandlung zur Neuberechnung, na, Neuausrichtung, vom ALG2 gescheitert sind heißt nicht wirklich viel. Es kann trotzdem durch Bundestag, Bundesrat gehen. Je nach Tagesform der Abgeordneten. Möchte man meinen. Zudem, sollte sich da auch weiterhin nichts tun, kann man als Hartz IV-Empfänger natürlich auch per Gericht eine Entscheidung erzwingen. Und die Regierungskoalition wird belegen, dass sie alles getan hat um…. Und die Opposition genau das Gegenteil.
Und das ist die eigentliche Posse. Die SPD hat Hartz IV quasi als Neuaufstellung der Sozialgesetze ins Leben gerufen. Zusammenlegen der Sozialbezüge, bessere Kostenkontrolle, gerechtere Sozialleistungsverteilung, die Menschen in Arbeit bringen – einige der gut gemeinten Ideen, die dahinter steckten. Gut gemeint ist aber in der Regel schlecht gemacht – und das merkte man recht schnell. Wirkliche Nachbesserungen ließen allerdings auch unter Schwarz-Rot auf sich warten. Die Nachbesserungen forderte dann letztendlich das Bundesverfassungsgericht – allerdings nur in Form einer Neuberechnung. Was nicht automatisch mehr Geld oder erweiterte Leistungen, wie das Bildungspaket, bedeuten muss.
Die CDU, die schon aus Prinzip gegen Hartz IV war, musste sich also um eine Verbesserung kümmern – mit einem zutiefst verunsicherten Partner an der Seite. Was heraus kam war schon eine Kompromisslösung. Eine kleine Erhöhung durch Neuberechnung und ein Bildungspaket. Das Paket scheiterte im Bundesrat, dank der Rot-Grünen Regierung in NRW. Der CDU fehlte quasi eine Stimme. Wobei mal wieder die Länder weniger ihre Interessen sondern die der Bundesregierung bzw. der Opposition vertreten.
Im Vermittlungsausschuss bekriegen sich dann zwei Frauen, so hat man den Eindruck. Wobei Ministerin von der Leyen durchdrungen schien, sich ihr Gesetz nicht kaputtmachen zu lassen und gleichzeitig auch Rücksicht auf die Liberalen nehmen zu müssen. Und ihre Kontrahentin Manuela Schwesig hat im Prinzip eine SPD im Rücken, die verlorenes Terrain zurückerobern will. Beide scheinen getrieben von den Vorgaben ihrer Vorsitzenden, die sich selber aufs tiefste zu verachten scheinen. So wurde vordergründig immer weiter draufgesattelt bis Mutti Merkel der Kragen platzte. Und damit ist die Posse vollkommen.
Der Eindruck ist übel. Denn es zeigt eine eher handlungsunfähige Regierung und eine sich verweigernde Opposition. Anstatt Politik für die Bürger zu machen werden anscheinend Empfindlichkeiten bedient.
Viel erwartet hat man doch ohnehin nicht. Das Regierungspaket war durchaus brauchbar – vielleicht durch einige Dinge ergänzt, die von der Opposition vorgeschlagen werden. Das hätte die Vorgabe der Verfassungsgerichtes sicher entsprochen. Damit wäre auch etwas Zeit gewonnen, die Leistungsempfänger erst mal bedient. Und dann hätte man mit einem Ausschuss oder Arbeitsgruppe das Sozialsystem in Angriff nehmen können und auf eine breite Mehrheit stellen können. Wobei man nicht jede Maximalforderung auch durchsetzen muss. Sondern mal pragmatisch an die Sache rangeht.
Wichtig ist sicher, dass die Leistungsempfänger sicher planen können, damit Lebensunterhalt und Wohnung gesichert sind. Für den sozialen Frieden wichtig ist auch, dass Geringverdiener nicht weniger als ALG2 verdienen bzw. der Abstand groß genug ist. Wenn eine vierköpfige Familie im ALG2 rund 1200 € hat plus Miete dann entspricht das schon dem, was eine Verkäuferin in Vollzeit netto verdient. Insofern sind da Problemlagen die man lösen muss. Genau, wie eben eine Förderung im Bildungssystem – auch als Maßnahme, aus dem Sozialhilfekreislauf heraus zu kommen. Sprich: Qualifikation schützt vor geringem Einkommen. Grob gesagt.
Das, was die Politik in Augenblick liefert, ist aber nicht grade Mut machend. Vielleicht sollten die beteiligten Parteien mal einen Schritt zurücktreten und mal verinnerlichen, was sie da veranstalten und was vernünftig wäre. Ideologische, vor allem vorgeschobene, Grabenkämpfe kann man sich nicht mehr erlauben.
Der lange Weg zur politischen Einigung: Wie es mit Hartz IV nun weitergeht | RP ONLINE