Mittwoch, 10. Juni 2015
Unschön, aber muss
Nun sehe ich die Dinge zur Zeit ohnehin durch eine finstere Brille. Was mich dann, an der Wirklichkeit der Weltverblödung scheiternd, zunehmend zynisch werden lässt. Obwohl... nein, eher ist die Welt zynisch. Ich reagiere nur irgendwie darauf.
Wirklich, ich sollte meinen "Frust" hier mehr Luft ablassen. Aber das würde sicherlich nicht sonderlich politisch korrekt ablaufen. Andererseits; warum auch?
Donnerstag, 26. März 2015
Sinnfrage:
Mittwoch, 25. März 2015
Tragödien-Trauer
Montag, 12. Januar 2015
Jahresanfangsknall
Dienstag, 7. Oktober 2014
Herbstzeitlooser
Mittwoch, 9. Juli 2014
Und es hat Rumms gemacht
Samstag, 3. Mai 2014
Leben und andere Unwägbarkeiten
Es ist ja eine fatale Erkenntnis, dass das Leben auf jeden Fall tödlich endet. Persönlich kann ich das noch nicht bestätigen, bei Anderen habe ich aber schon davon gehört. Die eigene Unsterblichkeit ist einem ja bewusst – sterben tun immer nur die Anderen. Jedenfalls, wenn man jung ist.
Von daher ist es nicht unüblich, das Leben freudig und lustvoll anzugehen - bis man erwachsen wird. Oder eine Katastrophe die Freude trübt. Und die ist meist nicht die Einschulung, wenn es auch oft so empfunden wird. Krankheit, zum Beispiel. Oder die Trennung der Eltern. Traumatisierende Erlebnisse. Und so ging es auch mir. Mit 11 Jahren musste ich erwachsen werden. Mental.
Wenn einem in diesem Alter um die Ohren gehauen wird, im wörtlichen Sinne sogar, dass der als Vater angesehene gar nicht der Vater ist und man gleichzeitig eine Scheidung und brutale Eltern zu verarbeiten hat – dass kann einen elfjährigen durchaus aus der Bahn werfen. Meinen Erzeuger habe ich als wahrscheinlich tot angesehen. Oder irgendwo vor sich hingammelnd unter Brücken schlafend. Aber ursächlich für mein aus dem Ruder laufendes Leben.
Ich war froh, in Heime unterzukommen. Was schon viel über meine damaligen Lebensumstände aussagt. Mit 20 war ich bereit dieser Welt adieu zu sagen. Wie man merken kann: Es ist anders gekommen.
Mein Schicksal ist nicht einzigartig – der Verlauf hin zur Familie und einem soliden Leben aber hat durchaus Seltenheitswert. Wenn es auch mit einigen Einschränkungen meiner mentalen Befindlichkeit einhergeht. Über das Erreichte kann ich sehr wohl stolz sein.
Auch wenn man meinen könnte, dass alles in bester Ordnung ist, bleibt eine Trübung: Depression. Immer wieder tiefe Löcher, in die man fällt. Und die das Leben nicht einfacher machen. Das liegt ursächlich sicher in den Ereignissen meiner Kindheit. Doch lösen kann ich mich nicht davon.
Immer kommt der Gedanke hoch, was wohl gewesen wäre, wenn ich in einer normalen Familie groß geworden wäre. Sicher müßig, sich darüber Gedanken zu machen. Aber man kann sich schwer dagegen wehren. Vor allem aber, weil mein Erzeuger ja unter angeblich dramatischen Umständen entschwunden ist. Und ich das ja als Ursache für meinen Lebenslauf gesehen habe. Ja, gesehen habe.
Natürlich habe ich, in Zeiten des Internets, nach ihm gesucht. Und gefunden. Irgendwo in einem Altersheim in Luxemburg. Und während ich noch überlegte, ob ich wirklich Kontakt aufnehmen soll, erfuhr ich, dass meine Familie größer ist als gedacht.
Inzwischen, nach einem Besuch bei meiner Schwester, über deren Existenz ich bis vor Kurzen ja nichts wusste, und dem Austausch von vielen Informationen, bin ich froh, dass ich nicht mit diesem Mann als Vater aufwachsen musste. Auch die Erkenntnis, dass ich über die ganzen Umstände damals von Allen belogen wurde, hat mich nicht so tief getroffen wie befürchtet.
Und da komme ich wieder zurück auf das Leben und seinen Unwägbarkeiten. Dass nichts läuft wie geplant, erhofft oder gewollt sondern seine eigene Dynamik entwickelt. Mit dem, was passiert ist, werde ich mich abfinden müssen. Unter einem neuen, hellen Licht betrachten können.
Immerhin habe ich jetzt eine Schwester, die ich mir immer gewünscht habe. Und Klarheit über viele Fragen, die mich belastet haben. Und so löst sich doch so manches. Auch wenn man erstmal daran knabbern muss.
Sonntag, 27. April 2014
Melancholie und Regen
Manchmal ist es richtig komisch, das Leben. Da hat man seinen geliebten, grade überraschend gestorbenen Kater im Katzenkorb, um ihn zum Tierarzt zu bringen und schon fängt es an zu regnen. Als ob der Himmel mit trauert um ein besonderes Tier.
Wobei “komisch” mehr beschreibt als irgendwie lustig. Es ist manchmal seltsam, wie alles in Allem Dinge, die passieren, einfach zueinander passen. Obwohl sie eigentlich so gar nichts miteinander zu tun haben. Und bei aller Trauer um Eiko hatte ich ein wehmütiges Lächeln im Inneren. Unsere Reinkarnation des Buddha hat wieder die Welt manipuliert. Zum letzten Mal.
Sicher, ein jeder Tierhalter wird sein geliebtes Tier, egal ob Hund, Katze, Maus, als etwas besonderes betrachten. (Ich kenne Hundebesitzerinnen, die ihren Hund als Kinderersatz haben – das ist sicherlich eine sehr intensive Beziehung zu einem Tier) Aber grade Eiko hatte für mich einen besonderen Touch in Bezug auf unsere anderen beiden Katzen. Ich “spreche” quasi mit den Tieren bevor sie bei uns einziehen dürfen. Was sich esoterischer anhört als es ist.
Sara, unsere erste Katze, zum Beispiel, befand sich in einem Laufstall bei den Katzenfreunden in Rheinhausen mit dem gesamten, nicht kleinen Wurf. Als ich mich über den Laufstatt beugte um die Katzen zu beäugen sprang Sara mit mit Elan in die Arme, blickte mich an und sagte mir, dass ich jetzt ihr neuer Dosenöffner bin. Dabei hatte ich mich lange geweigert, überhaupt Haustiere zu halten. Aber wie das Leben so läuft. 20 Jahre war Sara eine treue Freundin, die aufmunterte, tröstete und einfach eine tolle Katze war. Und so ähnlich ging es auch mit den anderen – nur nicht so besonders.
Bis Eiko ins Spiel trat. Der, als noch kleiner, grade geschlüpfter Wurm, kroch mir über die Brust und schaute mich an. Bis ich merkte, der ist es. Und dann holte ihn seine Mutter vorsichtig wieder zurück. Bis wir ihn dann endlich mit nach Hause nehmen konnten. Auch wenn diese Beziehung nicht so war wie mit Sara so war sie auch etwas Besonderes.
Alles in allem war Eiko so etwas wie ein ruhender Pol in der ganzen Hektik des Alltags. Ein Buddha quasi. Und wir hatten manchmal das Gefühle, er kann sich einfach so aus dem Nichts materialisieren. Dabei war er eine mächtige Erscheinung als ausgewachsener Main Coon Kater.
Und nun ist er einfach tot umgefallen. Wahrscheinlich ist eine Ader gerissen und er war auf der Stelle tot. Und die Trauer ist groß.
Es ist schon seltsam, wie sehr man an einem Tier hängt. Aber es zeigt, wie hoch der Wert von Leben anzusiedeln ist. Möge Eiko im Katzenhimmel in Ruhe weiter meditieren. Mach es gut altes Haus.