Mittwoch, 14. Januar 2009

Rechtsstaat-nein Danke

Die Vorkommnisse bei der Duisburger Anti-Israel Demonstration mit den gehorsamen Flaggenabhäng-Polizisten hat inzwischen weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Der Landtag in NRW wird sich damit beschäftigen. Und ob der Duisburger Polzeipräsident noch haltbar ist.... seine Inkompetenz wurde schon öfter angesprochen, ob es zutrifft - naja, jedenfalls steht er in der Kritik.

Diese gesetzfreie Zone, wo der Rechtsstaat keinen Einfluß mehr hat, gibt es in Duisburg öfter - und nicht nur bei Demonstrationen. Am Samstag ist ja schon die nächste Israel-Hass-Demo. Mal schauen, ob diese auch Antisemitische Parolen skandieren dürfen.

Nein, es wird bestätigt von einem ehemaligen Duisburger Polizisten, dass sich die Polizei in einigen Gegenden Duisburgs nicht mehr reintraut - dass es solche Ghettos gibt, kann sogar ich bestätigen. Immerhin habe ich 30 Jahre in Duisburg gelebt. Was ich nicht ahnte: dass die Polizei völlig machtlos ist. Dass man sich nicht mehr traut Autos anzuhalten, weil man schnell von 30-50 Leuten bedroht wird.

Aber gut. Es ist wohl so gewollt. Denn wenn man so etwas ernsthaft anspricht wird man schnell in die rechte, neonazistische Ecke gedrängt. Nein, es gibt auch kein Integrationsproblem. Ach was...

Eigene Erfahrung ist nun einmal, dass gerade Mitbürger mit südostfasteuropäischem Migrationshintergrund sich in bestimmten Viertel zusammen finden. Häuserblocks werden aufgekauft und eine eigene Infrastruktur entwickelt sich. In Rheinhausen, da komme ich her, kann man ohne ein Wort Deutsch zu können, sein Leben meistern. Türkische Geschäfte, Ärzte, Rechtsanwälte, Möbelhäuser, Cafès, Märkte (besser: Bazzar),Autohändler - In Amtsstuben spricht man türkisch, Polizisten können es ebenfalls. Und irgendwann gilt dort auch das türkische oder islamische Recht mehr als das Deutsche. Scheint zumindest so.

Insofern müssen diese Aussagen der Polizisten nicht verwundern - es ist in Duisburg eine Binsenweisheit. Man geht halt nicht mehr in bestimmte Viertel - oder doch, wenn man gerne frisches Gemüse aus Eigenanbau erwerben möchte. Oder gerne gut türkisch ist...

Nein, in der Regel ist es kein Miteinander in Duisburg - ein Nebeneinander. Aber es funktioniert. Und so dürfte es in vielen Städten mit hohem türkischem Anteil sein. Aber es gibt eben auch die Kehrseite. Und die wird anscheinend immer deutlicher. Integrationspolitik ist gescheitert - da es sie nie gab. jedenfalls nicht ernsthaft. Und wohl auch nicht gewollt. Das die Arbeiter, die man holte, Menschen sind, die eine neue Heimat gefunden haben, die also bleiben wollen.... Das hatte man nicht einkalkuliert.

Bleibt die Frage: wie kann das repariert werden? Zumindest sollte man die Probleme deutlich ansprechen können. Und dann gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Sonst gibt es irgendwann Unruhen. Oder will man das etwa? Ich hoffe nicht.