Montag, 9. November 2009

Und weg war sie

Und wieder ist der 9. November. Und wieder könnte ich die Dramatik dieses Datums für die Deutschen beschreiben. Aber warum eine Rammsau durchs Dorf treiben, das überlasse ich den Ramsauern.

Der 9. November 1989 ist ein Glücksfall der Geschichte. Nicht nur für die Deutschen. Denn endlich fiel das letzte Symbol einer unerträglichen Teilung der Welt, und nicht nur der Deutschen, in den Orkus der Geschichte. Während die Polen mit der Befreiung von einem menschenverachtenden System angefangen haben und, begünstigt durch die russische Perestroika, die anderen europäischen Ostblockstatten folgten, blieb die Nomenklatura in Ost-Berlin hartnäckig. Obwohl immr mehr DDR-Bürger über die sozialistischen Brüderstaaten flüchteten. Allein die Szene in der Prager Botschaft waren beeindruckend.

Doch die Geschichte holte auch diese Sturköpfe ein. Ende Oktober bis Mitte November 1989 überschlugen sich die Ereignisse, die letztendlich zum Fall der Mauer führten. Dank der Beharrlichkeit der ostdeutschen Bevölkerung. Und vielleicht auch, weil einige der Führung, die sich zu erneuern versuchte, hellsichtig genug waren, die Segel zu streichen und damit einen unblutigen Umsturz zu ermöglichen. Es hätte auch anders kommen können.

Jedenfalls weiss ich noch, wie ich im Radio die Meldung hörte, die Mauer ist auf. Und das meiner Frau sagte, die das nicht glauben wollte. Immerhin hatten wir ja auch Verwandschaft “drüben”. Und dann lief es uns bei den ersten Bildern aus Berlin eiskalt den Rücken runter. Zweimal hatte ich dieses Monstrum namens Berliner Mauer live erlebt. Und nie akzeptiert, dass es so etwas gibt. Und nun das. Dabei war mir wurscht, ob es ein oder zwei deutsche Staaten geben würde.
Und von heute aus zurück geblickt: Die folgende Einheit verlief vielleicht nicht reibungslos, wurde teuer. Aber sie ist gelungen. Und sie normalisiert sich weiter. Und dass macht den 9. November 1989 doch positiv.