Mittwoch, 22. Februar 2012

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – doch die Karawane zieht weiter


Traditionell ist am Aschermittwch die Karnevalszeit zu Ende und die Fastenzeit beginnt – die Narren kommen zur Ruhe. Alle Narren? Nein, ein unbeugsames Narrenvolk aus Berlin widersetzt sich dem und macht einfach weiter.

Sicher, die wirklich närrischen Höhepunkte wie die Suche nach dem neuen Bundespräsidenten fanden in der Hochzeit des Karnevals statt. Aber alles spricht dafür dass man wieder mal kein Ende finden wird.

So ein Ströbele zum Beispiel. Der sehr-sehr-Alt-68er und ehemalige RAF-Anwalt sieht Gauck schon beschädigt weil er die Occupy – Bewegung lächerlich fand. Oder der Linken- Kleindarsteller Gregor Gysi, der Gauck vorhält, dass der sich für Hartz IV ausgesprochen hat.  Oder der Lamentator der Grünen, Cem Özdemir. Obwohl Kandidat (auch) der Grünen fällt jetzt erst auf dass Gauck den unsäglichen Sarrazin in gewisser Weise gelobt hat.

Na, dass passt ja wieder einmal. Dass da jemand selbstständig denkt, aber nicht wie vorgeschrieben links, der ist ohnehin suspekt.

Wobei ja die SPD Gauck ins Rennen gebracht hat um Merkel zu ärgern. Schon damals, als der Nachfolger für die beleidigte Leberwurst Horst Köhler gesucht wurde. Der hatte einen Anflug von Wahrheitswahn. Wie kann man auch ehrlich sagen, dass wir Krieg aus wirtschaftlichen Interessen führen? Also wirklich. Der Kandidat Wulff erschien dagegen so farblos dass sich Angela angesprochen fühlen musste. Zumal der Wulff ja auch als innerparteilicher Konkurrent gehandelt wurde. Und damit kaltgestellt werden musste. Das stille Wasser tief sind konnte man ja nicht ahnen.

Das schöne bei Joachim Gauck ist, dass der Mann weitgehend geradeaus ist aber keineswegs einen gradlinigen Lebenslauf hat. Brüche hier und da. Und als (evangelischer) Pfarrer in Trennung mit seiner Gattin lebend – und damit kirchlich gesehen ehebrechend mit seiner jetzigen Partnerin. Das ist der eher katholisch geprägten CDU mehr ein Dorn im Auge als so manches andere was so gegauckt wird.

Die Umstände seiner Inthronisierung sind so wirr, dass man fast schon von einem Karnevalspräsidenten sprechen kann. Wobei Gaucks auftreten direkt nach der Bekanntgabe ja auch nicht eines gewissen Witzes entbehrt.

Schade, dass der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt wird. Das er immerhin präsentiert. Oder besser: präsentieren soll. Das würde vielleicht auch die Bedenkenträger der Politik schweigen lassen. Denn wie oben schon angemerkt: Man schießt sich langsam auf Gauck ein. Ja, das Narrenschiff fährt weiter. Von wegen, am Aschermittwoch ist alles vorbei.