Dienstag, 9. Juli 2013

Trau, Schau, Wem



Liebe NSA, lieber BND und MI6 und wer sonst so meine Daten goutiert: Ich suche eine alte Datei, in der ich mich über den Überwachungsstaat ausgelassen habe – ist schon so 10 Jahre her und war ein Blog-Beitrag. Das Blog existiert nicht mehr und ich finde die Word-Datei nicht mehr. Ihr könnt mir da bestimmt weiter helfen?! Danke schon mal.

Keiner weiß was und wenn, dann nur unvollständig – also dass, was man nachweisen kann. Jeder Staat hat von dem anderen profitiert im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Vor allem die, die solche Datenspeicherungen nicht durchführen dürfen. Und abgleichen schon mal gar nicht.

Und plötzlich, weil einer petzt was ohnehin schon alle wussten, regen sich die Offiziellen auf. Wobei nicht einmal sicher ist ob auch alles so richtig ist was da ausgeplaudert wurde. Der wirklich Ahnungslosen ist mal wieder der gemeine Bürger, der nicht weiß wie ihm geschieht. Wirklich nicht?

Da geht also Hans Müller ins Internet, googelt bis zu Besinnungslosigkeit und freut sich über die Vorschläge, die man ihm macht. Genauso, wenn er sich bei Amazon für etwas interessiert – erstaunlich, wie passend weitere Vorschläge doch manchmal sind. Und das kann man dann doch mal der Öffentlichkeit bei Facebook mitteilen. (Nun gut, warum ich Vorschläge betreffend Autos bekomme kann ich nicht nachvollziehen).

Gleichzeitig wird in diversen Medien immer wieder über Datenklau, Internetüberwachung und so weiter berichtet. Und das Ende des freien Internet bedauert. Eine Erfindung, die ursprünglich für das Militär entwickelt wurde. Na, prima. Und der gemeine User heult mit – dieser brutale Verlust der Intimsphäre – oh Gottogott. Nicht, dass man ohnehin alles Interessante von ihm in sozialen Netzwerken lesen kann. Und das fällt dem gemeinen User dann doch wieder ein. Und denkt sich: Hey, wenn ich nichts zu verbergen habe dann kann mir das doch egal sein. Dient doch auch meiner Sicherheit...

Nur: Es geht niemanden etwas an dass ich nichts zu verbergen habe. Es sei denn, ich gebe es freiwillig preis. Diese Datensammelwut von demokratischen Staaten mag da eher von marginaler Bedeutung sein – ein möglicher Missbrauch ist da eher unwahrscheinlich. Aber der Gedanke, dass man etwas sammelt was mir peinlich sein könnte verursacht doch einen Schnitt in meinem Denken – in dem ich von solchen Unternehmen Abschied nehme. Oder mich nicht mehr frei äußere. Man weiß ja nie...

Und somit kommen viele Dinge zusammen, die dafür sorgen können dass die Orwellsche Vision in einer bestimmten Art und Weise doch noch Realität wird. Und das beunruhigt mich.

In etwa diese Richtung, liebe NSA, ging mein Beitrag damals. Vielleicht könnt ihr mir die Datei nochmal zusenden? E-Mail habt ihr ja.