Sonntag, 30. November 2008

Es duftet


Ein anregender Duft nach Marzipan, Lebkuchen, Zimt, Vanille zieht durch unsere Wohnung - meine Frau und ihre Schwester backen die Weihnachtsplätzchen. Es muss der 1. Advent sein. Irgendwie schon Tradition. Und eine Vorfreude auf den oralen Genuß. Zumindest der Gewürzkuchen war schon lecker....

Advent. Heißt nichts anderes wie Ankunft. Wir warten also auf... ja was eigentlich? Wer oder was kommt? Das Gebäck allein kann es ja nicht sein, oder?!

Im Prinzip bereitet sich der Christ an sich ja auf die Ankunft seines Gottes auf Erden vor. So zumindest die Idee, die Herabkunft Gottes gebührend zu feiern. Als Gott des Lichts, dass auf die Erde kommt. Jesus, der Lichtbringer (lat.:Lucifer). Aber was sieht man?

Die Städte hell erleuchtet, Schaufenster weihnachtlich geschmückt, Weihnachtsmärkte aller Orten. Keine Spur von Jesus. Nur vom Gott Mammon. Umsatz. Das Schlagwort zur Weihnachtszeit. Retter des Einzelhandels. aufegung, Stress bei so vielen. Besinnung? Fehlanzeige.

Dramatisch: (Fast)Alle machen mit. Egal, ob Christ, Muslim, Atheist. Ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, was Weihnachten eigentlich gefeiert wird. Im Prinzip Grundlos wird da agiert. Und soll ja alles so schön werden.

Nun, es scheint ja auch richtig zu sein. Unser Leben ist durch konsumiert. Immer mehr, besser, schneller - das neueste muss her. Wenn nicht heute, dann gestern. Wenn nicht bezahlbar dann auf Raten. Und wer sich da irgendwie ausklingt macht dafür eine absonderlich teure Urlaubsreise womöglich in exotische Ziele.

Wir sehen im Weihnachtsfest eher die Möglichkeit, als Familie näher zusammen zu kommen. Man trifft sich an den Feiertagen. Und redet mal wieder miteinander statt gegeneinander. Und das ist ja auch schon mal was im Sinne der Botschaft von Weihnachten. Dass das Göttliche unter uns ist. Mitten im Leben.

Also: die erste Kerze brennt. halten wir inne und besinnen uns. Besinnliche Adventszeit.