Montag, 22. Dezember 2008

Kein Problem

Nein, ich habe kein Problem mit Alkohol - nur ohne.

Nun gut, dass ist billig, aber das ist der Alkohol ja auch - meint, nicht nur die Drogenbeauftragte des Bundes, Sabine Bätzing, im Hinblick auf die Prüfung über die Auswirkungen einer Steuererhöhung auf Alkohol. Drogenbeauftragte? Erst dachte ich ja, die sollte den Angeordneten die erforderlichen Drogen beschaffen. Aber natürlich, es ist ganz anders.

Bätzing, die im Westerwald in der Gemeinde Altenkirchen geboren ist, ist eine typische Vertreterin des reformierten-luterischen Landstrichs. Irgendwie puritanisch. Zumindest von der Prägung her. Sie ist ja katholisch.

"Carpe Diem" ist dann auch eines ihrer Lebensmottos (oder sagt man "Motti?") - nutze den Tag. Und das ist auch bezeichnend. Vielleicht ist man deswegen so.... seltsam. Denn, obwohl die Drogendelikte bislang ihren tiefsten Stand seit 1989 erreicht haben, hat Sabine Bätzing die legalen Drogen auf Korn genommen - also dass, was der gemeine Deutsche so unter Lebenfreude verbucht. Zigaretten und Alkohol.

So forderte Bätzing auch schon mal ein Rauchverbot für Autofahrer. Zumindest wärend der Fahrt. Und jetzt eben auch die Erhöhung der Alkoholsteuer bzw. die Einführung einer Weinsteuer. Hey, ich wein' gerne kostenfrei, bei solcher Regierungarbeit... - nein, das klingt gar nicht gut, selbst bei, na, 1,6 Millionen Alkoholikern und Komasäufern. Wie soll sich ein Hartz IV-Empfänger sein Leben noch schön saufen, wen er es sich nicht mehr leisten kann....

Scherz beiseite. Natürlich ist der Mißbrauch der legalen Drogen ein anzugehendes Thema. Aber muss es gleich die treffen, die gepflegt mit diesen Sachen umgehen können? Wieder Reglementierung über Gesetze und Steuern? Frau Bätzing: Brauchen sie einen Arbeitsnachweis oder was? Oder ist das ganze nur Teil eines perfiden Plans, die Bürger dieses Landes weiter zu gängeln? Mal ausloten, was so geht?

Ich glaube, dass teuere Alkoholika nur die Beschaffungskriminalitiät steigern werden. Wenn der Penner sich von dem erbettelten Geld kein Bier mehr leisten kann holt er es sich bestimmt auch ohne bezahlen. In dem er es z.B. gleich im Geschäft austrinkt.... Und für die Komasaufende Jugend ist es dann gleich ein prima Abenteuer, sich so billig wie möglich den Sprit zu besorgen.... Mal vom wirtschaftlichen Schaden für die Brauer, Brenner und Winzer ganz zu schweigen. Also, eine entsprechende Steuererhöhung wäre, vor allem in diesen Zeiten, sicherlich kontraproduktiv. Sag ich mal ohne teure Gutachten.

Vielleicht tut einfach mal bessere Aufklärung not. Immerhin hat man es doch auch geschafft, über viele Jahre hinweg, die raucher zu Parias werden zu lassen. Und das geht doch bestimmt auch bei Alkohol.

So, und jetzt Prost und frohe Weihnachten....