Sonntag, 22. Februar 2009

Anschub

Schon einmal so einem typischen Hartz IVer begegnet? So richtig mit Fluppe im Mund, Flasche Bier in der einen Hand und seinen Sack in der anderen? Und seine Olle läuft mit den vier Blagen und in einem ähnlichen Outfit wie der Gatte hinter ihm her und zetert, dass die Kohle vorn und hinten nicht reicht. Zur Beruhigung nimmt sie von Zeit zu Zeit einen großen Schluck aus der Vodka-Flasche und dreht sich eine Zichte aus Billigtabak vom Aldi. So sieht der typische Sozialhilfeempfänger aus. Jedenfalls scheint das Philipp Mißfelder so zu sehen.

Der ist Vorsitzender der Jungen Union, für die CDU im Bundestag - und hat mit Sicherheit niemals nimmich einen Menschen mit Hartz VI gekannt.

Allerdings hat Mißfelder schon mal so seine Gedanken gehabt und geäußert. Sie entsprechen nicht der Political Correctness, die zum dauerhaften überleben in der Poltik aber wichtig ist. Klein - Philipp sieht z.B. nicht ein, warum alten Menschen noch auf Kosten der Solidargemeinschaft künstliche Hüftgelenke eingebaut werden sollten.

Und nun also die Hartz IVer:"Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie" wird die Erhöhung der Hartz IV Sätze für Kinder genannt. Weil er befürchtet, dass das Geld natürlich nicht bei den Kindern ankommt.

Nicht zu Unrecht. Denn sicherlich gibt es Hartz-IV-Empfänger, die so sind. Der Sozialhilfeadel. Das sind aber höchstens 15% vom Gesamten. Ob da ein Pauschalisierung den restlichen, redlichen 85% hilft? Bestimmt nicht.

Andererseits ist der Aufschrei auch wieder typisch. Da ist ein Politiker mal ehrlich und sagt was er denkt - ist es auch nicht wieder richtig. Aber diesmal bleibt Mißfelder hart - er nimmt nichts zurück. Es geht ihm nicht um eine Beschimpfung der Hartz IVer - ihn ..."bewegt das Schicksal vieler Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Ich will, dass das Geld wirklich bei diesen Kindern ankommt", so Mißfelder der "Bild am Sonntag" gegenüber.

Ob die von Mißfelder geforderten Gutscheine wirklich helfen, Gelder gerechter zu verteilen, oder ob man den Menschen nicht das letzte Rest an Würde lassen sollte und sie selbst bestimmen lassen sollte, wofür sie das Geld ausgeben.... Ich bin für letzteres. Weil ich auch an das Gute im Menschen glauben will. Auch wenn ich kein Christ bin wie Mißfelder. Oder vielleicht weil.