Montag, 22. Juni 2009

Unter einem Hut

Wenn man so beschäftigt ist wie ich achtet man nicht so sehr auf dass, was sich herum so tut. Irgendwie so Nebenerscheinungen.

Da revoltieren die Iraner wie vor 30 Jahren. Marodierende Schüler und Studenten ziehen durch die Innenstädte, fast wie vor 40 Jahren, um eine vernünftige Bildung zu fordern. Zumindest in ihren Augen vernünftige Bildung. Und missionierende Christen werden ermordet, was in einem islamischen Staat eigentlich nicht verwundert.

Im Iran will man nicht ein Mal eine grundlegende Änderung der gesellschaftlichen und politischen Gegebenheit. Vor allem soll Ahmadinedschad weg, der nicht nur dem eh schon ramponierten Ansehen Irans schadet, sondern auch innenpolitisch eher rückwärts gewandt scheint. Sein Herausforderer Mussawi ist auch eher konservativ - aber liberaler, so scheint es. Und alles riecht ja nach Wahlbetrug. Obwohl Ahmadinedschad erheblich an Stimmen eingebüßt hatte. Aber auch wenn keine Wahlmanipulation stattgefunden hat - verlieren ist nicht des Persers, des Arabers Ding. Weshalb sich Demokratie dort schwer tut. Insofern ist der Aufstand des Verlierers quasi schon Pflicht, um das Gesicht zu wahren - den Demonstranten geht es wohl um mehr. Mehr Freiheit, z.B. Und natürlich schaut die Welt auf die Entwicklung im Iran - weniger wegen der Demokratie, mehr wohl wegen dem Erdöl….

PISA sei Dank, dass wir so geniale Manager haben. Denn Bildungsmäßig scheint Deutschland ja hinterher zu hinken im internationalen Vergleich. Das zu ändern schaffen die Berufsneurotiker…politiker anscheinend nicht, so dass sich Schüler und Studenten zu Protesten genötigt sahen. Die waren nicht immer friedlich, aber Tradition ist Tradition. Und gegen 68 ist das ja wirklich noch harmlos gewesen. Allerdings ist die Lage eine andere als damals. Vor allem, da die Bildungsmisere den sogenannten 68ern zu verdanken ist. Denn gerade die sind es ja, die Bildungspolitik gestaltet haben, zum Beispiel in NRW mit dem Abi für alle. Und an den Lehrerpulten stehen die Alt68er. Mmmh, irgendwas schein da schief gelaufen zu sein. Vielleicht, weil der Mensch nicht dem Ideal der 68er entspricht… Naja, jedenfalls wird zu wenig in Bildung investiert. Und zu viel in ideologischen Grabenkämpfen aufgerieben.

Und die zwei Christinnen, die sich angeblich helfend aber insgeheim doch missionierend im Jemen aufgehalten haben und das mit dem Leben bezahlt haben…. Gehören eigentlich schon in mein Religionswatchblog. Nach allem, was ich so in den Berichten gesehen habe waren die zwei mit der üblichen freikirchlichen Ignoranz gesegnet und sind trotz aller Warnungen in den Jemen - um den armen menschen dort “das Wort zu bringen”. Die medizynischen Hilfe ist dabei immer nur der aufgesetzte Vorwand, um dieses zu tun. Was in einem muslimischen Land nicht so gut kommt und anscheinend islamische Terrorgruppen motiviert hat ein Zeichen zu setzen. Schrecklich. Aber irgendwie kann ich kein Mitleid mit den beiden Mädchen empfinden. Jedenfalls nicht so wirklich.

Und wie bekomme ich jetzt alles unter einen Hut? Gar nicht. Aber irgendwie passieren immer wieder so bizzarre Dinge zur gleichen Zeit. Gut, dass die Sonne wieder arbeitet und Sonnenflecke produziert. Dann kann ja, wie berechnet, der Höhepunkt der Aktivität im Jahre 2012 kommen und durch elektromagnetische Stürme die elektrisierte Welt lahm legen. Passt ja zum Maya-Kalender - der endet bekannter Maßen im Jahr 2012. Und das macht einigen Leuten ja Sorge… Obwohl die Maya den nicht zu Ende geschrieben haben weil sie Zwecks ihres Untergangs nicht dazu kamen….

Guten Start in die erste Sommerwoche.